Ziel 8: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
Arbeit macht einen Großteil unseres Lebens aus. Sie bestimmt unseren Alltag und ermöglicht uns zugleich, zu wohnen, zu essen und vieles mehr. Es wurde noch nie so viel auf der Welt produziert und konsumiert wie heute – sei es Kleidung, Lebensmittel oder technische Geräte wie Handys und Autos. Dieses Wirtschaftswachstum so zu gestalten, dass möglichst viele Menschen weltweit davon profitieren, ist eines der Ziele der Agenda 2030.
Was beinhaltet das Ziel 8?
- Anständige Arbeitsplätze: Sichere, gerechte und inklusive Arbeitsmöglichkeiten für alle Menschen.
- Wirtschaftswachstum fördern: Nachhaltiges Wirtschaftswachstum, das Arbeitsplätze schafft und die Lebensqualität verbessert.
- Schutz der Arbeitsrechte: Schutz von Arbeitsrechten und die Bekämpfung von Zwangsarbeit und Menschenhandel.
Wie ist die Situation in Deutschland?
Deutschland gehört zu den reichsten Industrieländern der Welt. Dieser Wohlstand und das Wirtschaftswachstum sind auch auf Kosten natürlicher Ressourcen erreicht worden. Ökologisch gesehen leben und konsumieren wir in Deutschland weit über unsere Verhältnisse – um unseren Ressourcenverbrauch zu decken wären mehrere Erden notwendig.
In einer globalisierten Welt wirken sich dabei Entscheidungen in Deutschland global aus und eine nachhaltige Wirtschaftspolitik muss das berücksichtigen. Es reicht nicht, bei uns für faire Arbeitsbedingungen und nachhaltiges Wachstum zu sorgen – das muss auch dort geschehen, wo die Waren produziert werden. Ein Ansatz dazu ist das Lieferkettengesetz, das seit 2024 für größere Unternehmen gilt. Unternehmen in Deutschland sollen garantieren, dass auch bei ihren internationalen Zulieferern alle Standards eingehalten werden, zum Beispiel bei den Arbeitsbedingungen.1
Das Problem ist nicht, dass wir mehr Wohlstand wollen. Das Problem ist, dass wir Wohlstand durch materiellen Besitz definieren.
Dennis Meadows, Ökonom
Für den Wohlstand in Deutschland ist eine starke Wirtschaft zentral: Geht es der Wirtschaft schlecht, verschwinden Steuergelder und Jobs – von denen wiederum unsere sozialen Sicherungssysteme abhängen. Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist seit 2006 - mit einem kurzen Einbruch nach der Covid-19-Pandemie - fast kontinuierlich gestiegen. 2024 hatten 77,5 Prozent der 15 bis 65-Jährigen in Deutschland einen Job.2 Aber: Die deutsche Wirtschaft gerät angesichts verschiedener Krisen zunehmend unter Druck – auf zwei Jahre Rezession folgt 2025 minimales Wirtschaftswachstum samt steigenden Arbeitslosenzahlen.3 Es ist eine zentrale politische Herausforderung das Wachstum wieder anzukurbeln und gleichzeitig Aspekte wie die ökologische Nachhaltigkeit oder die soziale und intergenerationale Gerechtigkeit zu beachten.
Wie ist die Situation international?
International stehen viele Länder vor denselben Herausforderungen, vor allem viele ärmere Länder starten dabei allerdings aus einer deutlich schwierigeren Ausgangslage als Deutschland. Nach den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie gab es nur einen kurzen Aufschwung – seit 2022 verharrt das Wachstum auf niedrigem Niveau. 2025 wird eine Steigerung des globalen Bruttoinlandsprodukts pro Einwohner von nur 1,5 Prozent erwartet.4
Sieben Prozent Wachstum sieht Ziel 8 für die ärmsten Länder Welt vor – so soll die Armut dort reduziert und eine nachhaltige Transformation zu stabilen ökonomischen Verhältnissen gelingen. Doch dieses Ziel ist gefährdet: 2024 waren es nur 3,1 Prozent. 5
Weltweit arbeiten 57,8 Prozent der Erwerbstätigen und damit etwa zwei Milliarden Menschen in informellen Beschäftigungsverhältnissen. Das bedeutet, sie sind weder sozial noch rechtlich abgesichert und die Sicherheit am Arbeitsplatz wird häufig vernachlässigt. In Afrika südlich der Sahara betrifft das neun von zehn Arbeitern – und es gibt aktuell wenig Anzeichen, dass sich die Lage entscheidend verbessert.
Etwas Hoffnung gibt es beim Kampf gegen Kinderarbeit: Nachdem die Zahlen während der Covid-19-Pandemie wieder anstiegen, setzte diese Entwicklung sich in den Folgejahren nicht fort. Von 2020 bis 2024 sank die Zahl der betroffenen Kinder um mehr als 22 Millionen. Insgesamt sind aber immer noch 138 Millionen Kinder betroffen, 54 Millionen davon machen gefährliche Arbeit.7Viele Familien sehen sich gezwungen, ihre Kinder zur Arbeit anstatt in die Schule zu schicken, um das Überleben der Familie zu sichern.
Podcast-Folge zu Ziel 8
Diversität & Chancengleichheit leben: Geht das am Arbeitsplatz?
Ziel 8 erklärt für Kinder & Familien
Viele Menschen arbeiten sehr hart, bekommen aber nur wenig Geld dafür. In manchen Ländern müssen sogar Kinder jeden Tag arbeiten, statt zur Schule zu gehen, damit ihre Familien etwas zu Essen haben. Aber jeder Mensch, sollte eine faire Bezahlung bekommen. Stell dir vor, du müsstest jeden Tag in einem dunklen Loch graben oder bei großer Hitze auf Feldern arbeiten, anstatt etwas Lernen zu dürfen: Weltweit müssen das etwa 138 Millionen Kinder tun! Das ist so, als müssten alle Kinder in ganz Europa jeden Tag schwer schuften, anstatt zu lernen und zu spielen. Oft arbeiten sie an Dingen, die wir hier benutzen, wie zum Beispiel Handys oder Kleidung. Damit das aufhört, müssen Erwachsene genug Geld verdienen können, damit ihre Kinder Zeit für die Schule haben.
Was kannst du tun?
Kaufe, wenn möglich, Dinge, die fair hergestellt wurden. Das kannst du ganz einfach überprüfen, indem du schaust, ob das Produkt, zum Beispiel, ein Fairtrade-Siegel hat.
- Benutze deine Sachen so lange wie möglich! Wenn wir unser Handy, unsere Spielsachen oder Kleidung lange behalten und pflegen, müssen weniger neue Dinge unter, oft schlechten, Bedingungen produziert werden. Ein repariertes Spielzeug oder eine geflickte Hose sind Zeichen dafür, dass du die Arbeit wertschätzt, die in diesen Dingen steckt.
- Unterstütze kleine Läden oder Handwerker in deiner Nähe. Wenn ihr zum Beispiel Brot beim Bäcker um die Ecke kauft oder Obst auf dem Markt, wisst ihr eher, wer die Arbeit gemacht hat. Faire Arbeit fängt nämlich schon in der eigenen Nachbarschaft an, indem man die Menschen dort für ihre gute Arbeit schätzt und unterstützt.
Mehr Informationen:
Unterziele
Unterziel 8.1
Nachhaltiges Wirtschaftswachstum
Unterziel 8.2
Diversifizierung, Modernisierung und Innovation für wirtschaftliche Produktivität
Unterziel 8.3
Unterstützung zur Schaffung von Arbeitsplätzen und von wachsenden Unternehmen
Unterziel 8.4
Verbesserung der Ressourceneffizienz bei Konsum und Produktion
Unterziel 8.5
Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit mit gleicher Bezahlung
Unterziel 8.6
Förderung von Jugendbeschäftigung, Bildung und Ausbildung
Unterziel 8.7
Beendigung von moderner Sklaverei, Menschenhandel und Kinderarbeit
Unterziel 8.8
Schutz der Arbeitsrechte und Förderung sicherer Arbeitsumgebungen
Unterziel 8.9
Förderung von nachhaltigem und nutzbringendem Tourismus
Unterziel 8.10
Allgemeiner Zugang zu Bank-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen
Unterziel 8.A
Erhöhung der Unterstützung durch Handelshilfe
Unterziel 8.B
Entwicklung einer globalen Strategie zur Förderung der Jugendbeschäftigung
Unterziel 8.1
Nachhaltiges Wirtschaftswachstum
Unterziel 8.2
Diversifizierung, Modernisierung und Innovation für wirtschaftliche Produktivität
Unterziel 8.3
Unterstützung zur Schaffung von Arbeitsplätzen und von wachsenden Unternehmen
Unterziel 8.4
Verbesserung der Ressourceneffizienz bei Konsum und Produktion
Unterziel 8.5
Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit mit gleicher Bezahlung
Unterziel 8.6
Förderung von Jugendbeschäftigung, Bildung und Ausbildung
Unterziel 8.7
Beendigung von moderner Sklaverei, Menschenhandel und Kinderarbeit
Unterziel 8.8
Schutz der Arbeitsrechte und Förderung sicherer Arbeitsumgebungen
Unterziel 8.9
Förderung von nachhaltigem und nutzbringendem Tourismus
Unterziel 8.10
Allgemeiner Zugang zu Bank-, Versicherungs- und Finanzdienstleistungen
Unterziel 8.A
Erhöhung der Unterstützung durch Handelshilfe
Unterziel 8.B
Entwicklung einer globalen Strategie zur Förderung der Jugendbeschäftigung