Ziel 12: Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen
Braunkohle, Öl, Holz, Obst, Gemüse und Getreide - für den weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt, brauchen wir immer mehr Ressourcen. Die Menge an Rohstoffen, die wir zur Herstellung unserer Produkte brauchen, hat sich seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt.
Was beinhaltet das Ziel 12?
- Verantwortungsvoller Konsum: Förderung von nachhaltigem Konsum und die effiziente Nutzung von Ressourcen.
- Abfallreduktion: Abfallvermeidung, Recycling und die Umstellung auf umweltfreundliche Produktionsverfahren.
- Nachhaltige Beschaffung: Behörden sollen bei der Beschaffung nachhaltige Produkte bevorzugen.
Wie ist die Situation in Deutschland?
In Industrieländern wie Deutschland ist der Ressourcenverbrauch pro Kopf besonders groß. Eine normale Plastiktüte wird in Deutschland im Durchschnitt nur 20 Minuten genutzt.1 2022 produzierte jede*r Einwohner*in im Schnitt 593 Kilogramm Müll.2 Um auf die Flut an Plastikmüll zu reagieren, gibt es in der EU inzwischen ein Verbot von Einwegplastik wie Strohhalmen oder Wattestäbchen. Doch Plastikverpackungen sind noch immer allgegenwärtig.
Deutschland übernutzt die im eigenen Land verfügbaren Ressourcen stark. Menschen in Deutschland verbrauchen durchschnittlich das Dreifache der verfügbaren natürlichen Ressourcen.3 Das verdeutlicht der Earth Overshoot Day. Dieser Tag markiert, wann ein Land die natürlichen Ressourcen der Welt für dieses Jahr aufgebraucht hat, wenn die ganze Welt so konsumieren würde. Alles, was danach passiert, kann das globale Ökosystem im Laufe eines Jahres nicht regenerieren und kompensieren. 2025 fiel der Earth Overshoot Day für Deutschland auf den 3. Mai.4
Verbraucher*innen, Politik und Unternehmen in den Industrieländern haben überdurchschnittlich viel Macht, um mit ihren Entscheidungen auch globale Produktionsketten zu beeinflussen – zum Beispiel durch den Umstieg auf regionale, ökologische und fair gehandelte Lebensmittel, verantwortungsvolle Produktion oder gerechtere Handelspraktiken.
Wichtig ist auch Information und Transparenz: Durch Umweltsiegel auf Produkten, wie den „Blauen Engel“, können Verbraucher*innen erkennen, ob ein Produkt nachhaltig hergestellt wurde und es bei der Nutzung beispielsweise wenig Energie benötigt oder Treibhausgase ausstößt.
Wie ist die Situation international?
Die weltweite Plastikproduktion ist von 1,5 Millionen Tonnen im Jahr 1950 auf rund 400 Millionen Tonnen angestiegen. Weltweit werden pro Minute eine Million Plastik-Trinkflaschen gekauft und immer noch fünf Billionen Plastiktüten pro Jahr verbraucht und weggeworfen. Bis 2050 könnte sich die globale Plastikmenge sogar noch verdreifachen.5 Trotz dieser drastischen Zahlen und dem dringenden Handlungsbedarf scheitert ein internationales Plastikabkommen bisher – vor allem weil sich wichtige Ölstaaten gegen eine Obergrenze der Plastikproduktion sperren.6
Parallel nimmt der globale Ressourcenverbrauch immer weiter zu. Auch global verdeutlicht das der Earth Overshoot Day: 2001 reichten die regenerierbaren Ressourcen der Welt noch bis September, inzwischen sind sie schon im Juli aufgebraucht.7 Und viel davon landet im Müll: Allein die Essensreste, die weltweit jeden Tag in privaten Haushalten im Müll landen, würden für eine Milliarde Mahlzeiten reichen. Dazu kommen noch 13 Prozent an Nahrung, die entlang der Lieferketten verloren gehen. Für dieses weggeschmissene Essen entstehen trotzdem Kosten, es wird Land genutzt, Ressourcen verbraucht und Emissionen verursacht – während einer von elf Menschen weltweit Hunger leidet und einer von drei keine vollwertige Nahrung bekommt.8
Immer wieder gibt der Mensch Geld aus, das er nicht hat, für Dinge, die er nicht braucht, um damit Leuten zu imponieren, die er nicht mag.
Danny Kaye, Schauspieler, Komiker und Sänger
Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft kann Ressourcen schonen. Um die Grenzen unserer Welt nicht immer weiter zu überspannen, sollen möglichst viele Ressourcen wiederverwendet werden und Materialien, bei denen das nicht möglich ist, vermieden werden. Doch der Anteil der wiederverwendeten Materialien sank zuletzt sogar leicht. Das liegt daran, dass insgesamt immer mehr Ressourcen verbraucht werden und der Recycling-Anstieg nicht schritthalten kann. Kreislaufwirtschaft ist deshalb nur erreichbar, wenn vor allem reiche Länder gleichzeitig ihren Konsum deutlich reduzieren.9
Podcast-Folge zu Ziel 12
Mehr Informationen:
Unterziele
Unterziel 12.1
Umsetzung des 10-jährigen Programmrahmens für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel 12.2
Nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen
Unterziel 12.3
Halbierung der globalen Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf
Unterziel 12.4
Umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien und Abfällen
Unterziel 12.5
Deutliche Verringerung des Abfallaufkommens
Unterziel 12.6
Ermutigung von Unternehmen zur Einführung nachhaltiger Praktiken und Nachhaltigkeitsberichterstattung
Unterziel 12.7
Förderung nachhaltiger Verfahren im öffentlichen Beschaffungswesen
Unterziel 12.8
Sicherstellung eines allgemeinen Verständnisses für nachhaltige Lebensweisen
Unterziel 12.A
Unterstützung der wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten in Entwicklungsländern für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel 12.B
Entwicklung und Implementierung von Instrumenten zur Überprüfung von nachhaltigem Tourismus
Unterziel 12.C
Beseitigung von Marktverzerrungen, die verschwenderischen Konsum fördern
Unterziel 12.1
Umsetzung des 10-jährigen Programmrahmens für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel 12.2
Nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen
Unterziel 12.3
Halbierung der globalen Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf
Unterziel 12.4
Umweltverträglicher Umgang mit Chemikalien und Abfällen
Unterziel 12.5
Deutliche Verringerung des Abfallaufkommens
Unterziel 12.6
Ermutigung von Unternehmen zur Einführung nachhaltiger Praktiken und Nachhaltigkeitsberichterstattung
Unterziel 12.7
Förderung nachhaltiger Verfahren im öffentlichen Beschaffungswesen
Unterziel 12.8
Sicherstellung eines allgemeinen Verständnisses für nachhaltige Lebensweisen
Unterziel 12.A
Unterstützung der wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten in Entwicklungsländern für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster
Unterziel 12.B
Entwicklung und Implementierung von Instrumenten zur Überprüfung von nachhaltigem Tourismus
Unterziel 12.C
Beseitigung von Marktverzerrungen, die verschwenderischen Konsum fördern