Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
Wasser – wir trinken es, wir brauchen es zum Kochen, wir waschen uns damit. Es ist in sanitären Einrichtungen genauso wichtig wie für die Herstellung von Nahrungsmitteln und Konsumgütern. Für viele von uns ist es selbstverständlich, dass immer genügend Wasser aus dem Hahn kommt und wir unter der Dusche das Wasser auch mal länger laufen lassen können als notwendig. Doch weltweit hatten 2024 2,2 Milliarden Menschen noch immer kein sauberes Trinkwasser aus sicheren Quellen.1
Was beinhaltet Ziel 6?
- Universaler Zugang zu Wasser: Ziel ist der Zugang zu sicherem und erschwinglichem Trinkwasser für alle.
- Verbesserte Sanitäreinrichtungen: Zugang zu angemessenen Sanitäreinrichtungen und eine gute Hygiene für alle ermöglichen.
- Effizienter Umgang mit Wasserressourcen: Das Ziel fördert die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen und den Schutz von Ökosystemen.
Wie ist die Situation in Deutschland?
Deutschland hat eine sehr gute Trink- und Leitungswasserqualität, welche durch effiziente Kläranlagen und gute Quellen garantiert wird. Anders sieht die Situation in vielen Gewässern aus – in vielen Flüssen und Seen sowie an den Küsten sinkt die Wasserqualität. Nur knapp 40 Prozent der Oberflächen-Gewässer sind in gutem Zustand. Das spiegelt sich auch im Grundwasser wider: rund ein Drittel der Bestände haben zu hohe Nitrat und Phosphor-Werte. Ein Grund dafür ist der Eintrag durch die Landwirtschaft.2
Wir erreichen alle Entwicklungsziele nur, wenn wir verstehen, wie Wasser als global begrenzte Ressource mit den anderen Zielen verbunden ist.
BORDA e.V.
Auch wenn wir in Deutschland derzeit keinen Wassermangel haben, wird der Klimawandel laut Prognosen für mehr Trockenheit sorgen. Die Landwirtschaft benötigt dadurch immer mehr Wasser zur Bewässerung ihrer Felder, das dann nicht mehr als Trinkwasser zur Verfügung steht. Dennoch ist Deutschland weit von einer Wasserknappheit entfernt. Allerdings wirkt sich das Konsumverhalten in Deutschland auf die Wasservorräte in anderen Teilen der Welt aus. 86 Prozent des Wassers, das man für die Herstellung der in Deutschland konsumierten Waren benötigt, wird im Ausland verbraucht. Bei Kleidung sind es sogar fast hundert Prozent.3
Wie ist die Situation international?
2024 haben weltweit noch immer 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser, 3,4 Milliarden Menschen leben ohne angemessene Sanitärversorgung. Sie haben keine sichere Abwasserentsorgung, nutzen höchstens einfache, oft geteilte Toiletten oder gehen ins Freie. Für 646 Millionen Kinder gibt es in der Schule nicht mal die Voraussetzungen für grundsätzliche Hygiene, also zum Beispiel sauberes Wasser und Seife zum Händewaschen.4
Trotz Fortschritten in vielen Bereichen werden viele Unterziele in diesem Bereich bis 2030 nicht erreicht werden. Mindestens 1,7 Milliarden Menschen nutzen Trinkwasser, dass durch Fäkalien verunreinigt ist. Neben zahlreichen Krankheiten wie Cholera und Polio steigt damit die Gefahr für Atemwegs- und Durchfallerkrankungen. Es wird geschätzt das jährlich rund eine halbe Millionen Menschen allein durch letztere sterben.5
Podcast-Folge zu Ziel 6
Frauengesundheit & Politik: Gleichstellung durch Menstruationshygiene?
Ziel 6 erklärt für Kinder & Familien
Jeder vierte Mensch auf der Welt hat nicht täglich sauberes Trinkwasser. Ohne Wasser kann aber niemand überleben. Wir brauchen es zum Trinken und um uns sauber zu machen. Auch Toiletten und Duschen sind wichtig für unsere Gesundheit und dafür, dass wir uns wohlfühlen. Stell dir mal vor: Wenn du acht Minuten unter der Dusche verbringst, verbrauchst du damit so viel Wasser, wie ein Kind in Uganda (ein Land in Afrika) zum Beispiel für drei ganze Tage zum Leben zur Verfügung hat! Während wir nur den Hahn aufdrehen müssen, wandern viele Kinder weltweit jeden Tag kilometerweit zu entfernten Brunnen, um schwere Wasserkanister für ihre Familien zu schleppen. Oft ist dieses Wasser nicht einmal richtig sauber und macht sie krank. Und auch in Deutschland müssen wir Wasser sparen, denn in einigen Regionen fällt immer weniger Regen, es wird trockener und das Grundwasser wird weniger.
Was kannst du tun?
Drehe den Wasserhahn zu, wenn du ihn nicht brauchst, zum Beispiel beim Zähneputzen.
- Wusstest du, dass in deiner Kleidung und deinem Spielzeug „verstecktes“ Wasser schlummert? Für die Herstellung einer einzigen Jeans werden zum Beispiel 8.000 Liter Wasser verbraucht – das sind 40 volle Badewannen! Du kannst Wasser sparen, indem du deine Sachen lange nutzt, sie reparieren lässt oder Kleidung gebraucht kaufst. So muss weniger neues Wasser für neue Produkte genutzt werden. - Hilf im Garten oder auf dem Balkon mit! Statt wertvolles Trinkwasser aus der Leitung zu nehmen, kannst du Blumen und Pflanzen mit gesammeltem Regenwasser aus einer Tonne gießen. Das spart nicht nur Wasser, sondern die Pflanzen mögen das weiche Regenwasser oft sogar viel lieber als das Wasser aus dem Hahn. Oder gib den Pflanzen dein übriggebliebenes Wasser aus der Schul-Trinkflasche, anstatt es einfach in den Abfluss zu gießen.
Mehr Informationen:
Unterziele
Unterziel 6.1
Sichere und bezahlbare Trinkwasserversorgung
Unterziel 6.2
Beendigung von Notdurftverrichtung im Freien und Zugang zu Sanitärversorgung und Hygiene
Unterziel 6.3
Verbesserung von Wasserqualität, Wiederaufbereitung und sicherer Wiederverwendung
Unterziel 6.4
Steigerung der Wassernutzungseffizienz und Sicherung der Trinkwasserversorgung
Unterziel 6.5
Umsetzung eines integrierten Wasserressourcenmanagements
Unterziel 6.6
Schutz und Wiederherstellung wasserverbundener Ökosysteme
Unterziel 6.A
Ausbau der Unterstützung von Wasser- und Sanitärversorgung in Entwicklungsländern
Unterziel 6.B
Unterstützung lokaler Gemeinwesen an Wasserwirtschaft und Sanitärversorgung
Unterziel 6.1
Sichere und bezahlbare Trinkwasserversorgung
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Steigerung der Wassernutzungseffizienz und Sicherung der Trinkwasserversorgung
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Unterziel 6.A
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Unterziel 6.B
Unterstützung lokaler Gemeinwesen an Wasserwirtschaft und Sanitärversorgung