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Sahelzone: Die Ernährungssicherheit in den unsicheren Gebieten ist gefährdet

In mehreren westafrikanischen Ländern nähert sich die Regenzeit - die in diesem Jahr relativ gut ausgefallen ist - ihrem Ende, und die Ernten werden für Oktober erwartet. Trotzdem deutet der Prognosebericht zur Ernährungssicherheit in der westafrikanischen Sahelzone auf eine kritische Situation für viele arme und vertriebene Haushalte in Konfliktgebieten hin (FEWS NET, 2022). Niger, Burkina Faso und Mali sind alle von dieser Situation betroffen.

Ernährungsunsicherheit ist in der Region kein Novum, sie verschlimmert sich jedoch auch, wenn sich die Sicherheitslage verschlechtert. Liptako-Gourma, das Grenzgebiet zwischen Mali, Burkina Faso und Niger, ist der Brennpunkt der unsicheren Lage. (Karten zur aktuellen Lage gibt es hier.)

Eine der Hauptfolgen ist die massive Abwanderung der Bevölkerung.

Mit Stand vom 31. Juli 2022 sind 2.641.477 Geflüchtete in der zentralen Sahelzone und in Liptako-Gourma registriert (IOM, Juni 2022). Das Famine Early Warning Systems Network (FEWS NET, 2022) berichtet, dass trotz der im Oktober beginnenden Ernte in den meisten Gebieten bis Januar 2023 eine minimale Ernährungsunsicherheit  (IPC-Integrated Food Security Phase Classification Phase 1) herrschen wird, die für einige Gebiete sogar bedenklich ist (IPC Phase 2).

Die Sicherheitskrise beeinträchtigt nicht nur die Ernährungssicherheit. Im Bildungsbereich haben sich die Schulschließungen in West- und Zentralafrika seit 2017 aufgrund der zunehmenden Angriffe und Gewaltandrohungen gegen Schulen, Schüler und Lehrer in der Region verdreifacht und mehr als 1,9 Millionen Kinder zum Schulabbruch gezwungen (UNICEF, 2019).

Im Jahr 2022 wurden in West- und Zentralafrika bisher 12.400 Schulen aufgrund von Unsicherheit geschlossen, darunter 4.258 in Burkina Faso, 1.730 in Mali und 890 in Niger (Vereinte Nationen, 2022).

In diesem Blogbeitrag liegt der Fokus auf Mali - er zeigt, wie sich die Dynamik der Ernährungsunsicherheit konkret äußert und wie die Menschen davon betroffen sind. In Mali könnten sich mehrere Faktoren negativ auf die Ernährungssicherheit auswirken: Mali ist ein kontinentales Land, das einen großen Teil seines Nahrungsmittelbedarfs importiert. Zwischen Januar und Juli 2022 wurde das Land mit ECOWAS-Sanktionen belegt, die zur Unterbrechung der Finanzströme und zur Schließung der Grenzen zu anderen ECOWAS-Ländern führten. Dadurch war Mali von seinen Versorgungswegen aus Küstenländern wie dem Senegal und der Elfenbeinküste abgeschnitten.

In der trockenen Jahreszeit hatten die armen Haushalte aufgrund der sehr hohen Preise, die durch die ECOWAS-Sanktionen verursacht wurden, große Probleme bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln. Hinzu kam, dass die Vorräte 2021/22 frühzeitig aufgebraucht wurden, nachdem die Getreideproduktion im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt um 10 bis 30 Prozent zurückgegangen war, was auf klimatische Ereignisse und Unsicherheit zurückzuführen war, so dass die Haushalte stärker als sonst auf Märkte angewiesen waren.

Die Reisernten der Jahre 2021 und 2022 außerhalb der Saison waren unterdurchschnittlich, da der Zugang zu landwirtschaftlichen Gütern (Dünger, Saatgut, Treibstoff) erschwert war und die Anbauflächen aufgrund der unsicheren Lage reduziert wurden (FEWS NET 2022). Normalerweise beziehen die malischen Bauern ihren Dünger aus der Ukraine. Der Krieg dort hat diese Versorgung erheblich beeinträchtigt, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Auch  dies könnte die nächste Ernte beeinträchtigen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass sich die Situation in diesem Jahr sehr wahrscheinlich noch verschlimmern wird.

Die Viehbestände im Norden und in der Mitte des Landes sind aufgrund der Unterbrechung der Herdenbewegungen stark dezimiert. Die Versorgung der Märkte mit Vieh ist unterdurchschnittlich, da der Zugang zu den unsicheren Gebieten im Zentrum und im Norden des Landes, den wichtigsten Zentren für die Viehzucht in Mali, erschwert ist und die Wandertierherden saisonal in die landwirtschaftlichen Gebiete im Süden des Landes zurückkehren.

Darüber hinaus kommt es aufgrund der anhaltenden Sicherheitsvorfälle zu weiteren Fluchtbewegungen, insbesondere in der Region Liptako Gourma, wo sich die Zusammenstöße zwischen bewaffneten Gruppen und Gemeinschaften sowie die Militäroffensiven verschärft haben. Nach Angaben des Armed Conflict Location & Event Data Project (ACLED FEWS NET 2022),ist die Zahl der Sicherheitsvorfälle im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 49,5 Prozent gestiegen.

Hunger: Eine Waffe in den Händen der Dschihadisten zur Unterwerfung der Bevölkerung

Ein weiteres Phänomen wurde in den letzten Jahren in Mali beobachtet. Dabei handelt es sich um wiederholte Vorfälle, bei denen dschihadistische Gruppen die Ernten verbrennen, um die Dorfbewohner an der Ernte ihrer Reisfelder zu hindern, und sie angreifen, wenn sie dies versuchen (Lozano, 2021). Es scheint, als ob diese bewaffneten Gruppen auch den Hunger als neue Waffe einsetzen, um die Bevölkerung zu unterdrücken.

Human Rights Watch berichtet, dass laut Augenzeugenberichten Ende 2018 die Ernten von 17 Weilern verbrannt wurden, und die Bewohner zu viel Angst hatten, um 2019 zu pflanzen (Human Rights Watch, 2019).

Diese Art von Vorfällen wiederholte sich in den Jahren 2020 und 2021, insbesondere in der Gemeinde Niono in Zentralmali, wo eine Vielzahl von Reisfeldern und landwirtschaftlichen Geräten in Flammen aufging. Auffallend ist, dass sich die Orte, in denen solche Schäden entstehen, weigern, sich den dschihadistischen Gruppen zu beugen. Diese Gemeinden, die nicht unter der Kontrolle dschihadistischer Gruppen stehen, leiden regelmäßig unter gewalttätigen Handlungen und bilden oft Gemeindemilizen, um das Eindringen dschihadistischer Gruppen zu verhindern. Im Gegensatz dazu gibt es in Orten, die vollständig unter der Kontrolle dschihadistischer Gruppen stehen, viel weniger Gewalt und Kriminalität - die berühmte Regel "Gefolgschaft gegen Schutz".

In der derzeitigen Situation können sich arme Bürger Malis, die in unsicheren Gebieten leben, aus mehreren Gründen nur auf Nichtregierungsorganisationen verlassen, die im Bereich der Ernährungssicherheit tätig sind. Dschihadistische Gruppen besetzen einen großen Teil des Landes, vom Zentrum bis zum Norden, wo der Staat und seine Dienste keinen Zugang haben, um die Bevölkerung zu schützen oder ihre Grundbedürfnisse zu sichern. Die NRO gehören zu den einzigen Akteuren, die noch Zugang zu all diesen Gebieten haben, selbst zu den von den Dschihadisten kontrollierten.

Diese Situation zeigt, dass SDG 2 (Kein Hunger) und SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) gemeinsam umgesetzt werden müssen, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, denn Kriege und Konflikte zerstören die Ernten in den betroffenen Dörfern. In Regionen, in denen es weniger Konflikte gibt und die Ernten nicht unmittelbar gefährdet sind, fehlt der Bevölkerung jedoch der Zugang zu einem stabilen Rechtssystem, was zu einer Gefährdung der Menschenrechte führt (SDG 16).

Deutschland engagiert sich bereits stark im Kampf gegen die Ernährungsunsicherheit durch die BMZ-Übergangsentwicklungshilfe, die bereits 5,43 Millionen Menschen in der Sahelzone zu Gute kam, mit einem kumulierten Budget von mehr als 692 Millionen Euro. Diese Hilfe muss beibehalten und sogar noch verstärkt werden, und andere Partner müssen nachziehen, um den Ländern der Sahelzone zu helfen, die Herausforderung der Ernährungsunsicherheit zu bewältigen.

Quellen

Verfasser

Boubacar Haidara, Senior Researcher at BICC

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