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Partner für die Freiheit: Was Entwicklungshilfeorganisationen für unabhängige Medien tun können

Wenn staatliche Entwicklungsagenturen oder NGOs ihre Konzepte für nachhaltige Entwicklung mit der Öffentlichkeit teilen wollen, müssen sie mit den Medien zusammenarbeiten – im eigenen Land und auch in den Ländern, in denen sie Projekte betreiben. Partnerschaften mit unabhängigen Medien sind wichtig für uns, um Zugang zu einem breiten Publikum zu erhalten, denn wir können etablierte Kommunikationskanäle für unsere Botschaften nutzen. Darüber hinaus haben wir aber auch die Chance, Problembewusstsein, Wissen und Werte bleibend in den Medien zu verankern, wenn wir bei Medienmachern systematische Bildungs- und Aufklärungsarbeit leisten. Dies alles ist nur möglich, wenn wir nicht nur von Fall zu Fall Pressemitteilungen als Rundschreiben verschicken, sondern systematisch Kontakte pflegen und uns um dauerhafte Formen der Zusammenarbeit bemühen.

Abgesehen vom praktischen Nutzen dient die Partnerschaft mit unabhängigen Medien aber noch einem allgemeineren Ziel, das oft übersehen wird: In Gesellschaften mit eingeschränkter Medienfreiheit können wir dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen für Journalisten und andere Medienschaffende zu verbessern. Diese Aufgabe ist heute vielleicht wichtiger als je, denn in vielen Weltgegenden ist unabhängiger Journalismus bedroht.

Unabhängiger Journalismus gerät weltweit unter Druck

Veränderungen in der Medienlandschaft machen dem seriösen Journalismus in vielen Ländern schwer zu schaffen. Der Digital News Report 2022 des Reuters Institute hebt vor allem zwei Entwicklungen hervor: Zum einen bringen Menschen den Nachrichtenformaten etablierter Medien zunehmend weniger Interesse und Vertrauen entgegen; der durchschnittliche Mediennutzer verwendet nur noch 16 Minuten wöchentlich auf Nachrichten. Zum anderen ist die Medienlandschaft immer stärker zersplittert; soziale Medien und nicht-journalistische Internetportale laufen den traditionellen Medien oft den Rang ab.

Für die Arbeit von Journalisten und tatsächlich für die Über­lebensfähigkeit unabhängiger journalistisch orientierter Medien hat das schwerwiegende Folgen.

Die Unbeständigkeit des Publikums schlägt sich in einer Unbeständigkeit der Einkünfte für Medienunternehmen wieder – sie verkaufen weniger Abonnements und haben weniger Werbeeinnahmen. Und hier können sie in einen Teufelskreis geraten:

Wenn traditionelle Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren, suchen Medien nach anderen Einkommensquellen: In allzu vielen Ländern sind Medienmacher schon heute auf Zuschüsse und Spenden angewiesen – von Politikern, Unternehmen, aber auch von NGOs. Dieser Verlust wirtschaftlicher Unabhängigkeit kann dazu führen, dass Journalisten in Interessenskonflikte geraten, wenn sie kritisch über ihre Finanziers berichten sollten. Andere Medien versuchen diese Art Abhängigkeit zu vermeiden, indem sie auf Populismus setzen: Sie konzentrieren sich auf das, was bei der Masse ihres Publikums gut ankommt, und schrecken manchmal nicht davor zurück, fake news zu verbreiten, wenn das geeignet erscheint, ihre Zielgruppe zu binden oder zu erweitern. Unter solchen Umständen hat Qualitätsjournalismus keine Chance.

Im Ergebnis geht aber das Vertrauen des Publikums in die Medien immer mehr verloren, und das schlägt wieder auf die Medien zurück: Wenn Menschen die Medien für voreingenommen halten, haben sie noch weniger Interesse an deren Angeboten, und die wirtschaftliche Lage der journalistischen Plattformen wird noch schwieriger.

Das alles findet in einer Zeit statt, da die Freiheit der Medien in vielen Ländern ohnehin gefährdet ist. Die Freiheitsbedrohung hat verschiedene Gesichter:

Journalisten, Autoren und Medienunternehmen unterliegen der Zensur oder werden verfolgt – von staatlichen Stellen oder von mächtigen Privatinteressen. Es gibt aber auch subtilere Formen, Journalisten das Leben schwer zu machen. Unabhängige Medienunternehmen sind manchmal einem unfairen Wettbewerb mit staatlich finanzierten oder geförderten Medien ausgesetzt, der ihre wirtschaftliche Basis bedroht und ihre Handlungsfreiheit einschränkt. Oft arbeiten sie in einem feindseligen gesellschaftlichen und politischen Klima; Journalisten werden bedroht und schikaniert – das Internet eignet sich gut für Hetzkampagnen gegen kritische Geister. Oft wird ihnen auch der Zugang zu Informationen verweigert.

  • Nach Angaben der UNESCO erlebten 85% der Weltbevölkerung in den letzten 5 Jahren einen Niedergang der Pressefreiheit in ihrem Land.
  • Für das Jahr 2022 verzeichnet Reporter ohne Grenzen 533 verhaftete und eingekerkerte Journalisten; 65 werden als Geiseln gehalten; 49 werden als vermisst gemeldet; 57 wurden getötet.

Sowohl wirtschaftliche Abhängigkeiten als auch direkte Angriffe auf die Pressefreiheit bedrohen demokratische Ideale – und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele: SDG 16.10 fordert uns auf, „öffentlichen Zugang zu Informationen sicherzustellen und die Grundfreiheiten zu schützen“.

Auf dem Weg zu einer Philosophie verantwortlicher Partnerschaft

Was ist bei all dem die Rolle von Entwicklungshilfeorganisationen? Wenn wir in schwieriger Umgebung Partnerschaften mit unabhängigen Medien eingehen, können wir Teil der Lösung oder Teil des Problems sein.

Arbeiten wir am liebsten mit regierungsnahen Medien zusammen? Das mag naheliegen, wenn unsere Organisation Projekte mit der Regierung betreibt – aber es trägt auch dazu bei, die Position unabhängiger Journalisten weiter zu schwächen.

Zahlen wir Medienplattformen oder Journalisten Geld, damit sie über unsere Projekte oder über unsere Lieblingsthemen berichten? Vielleicht erscheint das eigentlich ganz natürlich – aber wir bringen Journalisten in eine Zwickmühle, wenn sie kritisch über etwas berichten wollen, was wir oder unsere Projektpartner tun. Oder unsere unterfinanzierten Medienpartner werden irgendwann so von uns abhängig, dass sie die Berichterstattung über andere wichtige Themen vernachlässigen, weil sie immer Ressourcen für uns frei haben wollen.

Wir müssen uns unseres Einflusses auf nationale und lokale Medienlandschaften bewusst sein – und unserer Verantwortung! Mit Blick auf SDG 16 können Öffentlichkeitsarbeiter ihren Beitrag zu gesunden und funktionstüchtigen Mediensystemen leisten. Wir sollten es uns auf die Fahnen schreiben, Medien und Journalisten nachhaltig zu unterstützen. Dazu sollten wir zu einem stabilen Umfeld für journalistische Arbeit beitragen und es gleichzeitig vermeiden, neue Abhängigkeiten zu schaffen.

Was können wir tun?

Hier sind ein paar Ideen, wie wir die Arbeitsbedingungen für unsere Medienpartner verbessern und ihre Widerstandsfähigkeit stärken können.

Schaut euch an, mit wem ihr arbeitet!

Stellt sicher, dass unter euren Kooperationspartnern auch unabhängige Medien sind. Eure Kampagnengelder sollten nicht an Produzenten politischer Propaganda oder an Sprachrohre mächtiger Wirtschaftsinteressen gehen.

Beeinträchtigt nicht die Unabhängigkeit eurer Partner!

Erarbeitet transparente Richtlinien hinsichtlich der finanziellen Unterstützung von Partnern. Zieht, wenn möglich, in eurer Organisation eine Brandmauer zwischen den Menschen, die für die Unterstützung von Journalisten zuständig sind, und den Experten für PR und Spendenakquise.

Stellt bei der Kommunikation mit euren Partnern immer klar, dass ihr nicht von ihnen erwartet, eure Presseerklärungen oder euren Nachrichten-Spin zu verbreiten. Ermuntert sie dazu, bei Themen, die eure Projekte betreffen, einen eigenen Standpunkt zu beziehen.

Stärkt eure Medienpartner, indem ihr ihnen Wettbewerbsvorteile verschafft, die mögliche Diskriminierung ausgleichen!

Helft unabhängigen Medien und Journalisten, sich gegen mächtige politisch oder kommerziell kontrollierte Nachrichtenmedien im Wettbewerb zu behaupten. Versorgt sie mit Hintergrundinformationen und öffnet ihnen Türen. Ihr könnt auch Weiterbildungsmaßnahmen organisieren, um professionelle Standards zu heben. Es geht dabei immer darum, euren Partnern eine solide Arbeitsgrundlage zu verschaffen und ihnen zu helfen, relevante Themen und Geschichten zu finden.

Erinnert Regierungen an SDG 16.10!

Versucht bei der Zusammenarbeit mit Regierungen auch Maßnahmen zu integrieren, die die Transparenz von Regierungshandeln und die Arbeitsbedingungen für Journalisten verbessern.

Manchmal sind Regierungen nicht besonders glücklich, wenn wir anfangen, Partnerschaften mit unabhängigen Medien zu schließen. Weicht nicht zurück, wenn Regierungsvertreter angesichts eurer Medienstrategie die Stirn runzeln. Wir können immer argumentieren, dass wir SDG 16 umsetzen: Die SDGs sind unteilbar, und die Stärkung freier Medien ist ein Teil unserer gemeinsamen Entwicklungsagenda.

Fazit

Partnerschaften mit unabhängigen Medien sind ein wichtiger Bestandteil von Strategien zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. Sie öffnen den Weg zu einem breiten Publikum, sensibilisieren Journalisten für die Themen nachhaltiger Entwicklung, und sie können zu einer Stärkung des unabhängigen Journalismus beitragen. Wenn wir unseren Beitrag zum Schutz der Medienfreiheit leisten, sind wir oft auf schmalen Graten unterwegs – zwischen der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Regierungen und der Stärkung unabhängiger Medien; zwischen der wirtschaftlichen Unterstützung eines freien Journalismus und der Schaffung neuer Abhängigkeiten.

Aber das Ziel ist der Mühe wert. Journalisten sind stakeholder bei allen Entwicklungsvorhaben. Als Bindeglied zwischen Gesellschaft und Politik spielen sie eine zentrale Rolle im Streit für Transparenz, Angemessenheit und Effizienz von Projekten zur nachhaltigen Entwicklung. Nachhaltig ist Entwicklung nur, wenn sie demokratisch abgesichert ist – und dafür brauchen wir freie Medien.

Tu Du's

Erzähle jedem von den 17 Zielen.

Gehe wählen.

Verzichte auf Plastik­tüten und nimm einen Stoff-Beutel mit zum Einkaufen.

Melde dich als freiwilliger Vorleser beim Netzwerk „Vorlesen".

Spare Strom, indem du den Stecker bei Produkten ziehst, die du nicht benutzt.

Fordere öffentliche Insti­tu­tionen wie Uni­ver­sitä­ten und Bi­blio­the­ken auf, jedem einen Internet­zugang zu ermöglichen.

Unterstütze Organi­sationen, deren Ziel sauberes Wasser für alle ist.

Wechsel noch heute zu einem Öko­strom­anbieter.

Informiere dich über Produk­tions­beding­ungen und ent­scheide dich für faire Unter­nehmen.

Organisiere Stadt­entwicklungs­wettbewerbe.

Kaufe nur Fisch­arten, die nicht durch Über­fischung bedroht sind.

Kaufe nur Lebens­mit­tel, die du auch auf­brau­chen kannst.

Beteilige dich an Crowd­sourcing-Aktionen.

Spende alte Lehrbücher oder Bücher.

Hinter­frage Rollen­bilder und rege Dis­kus­sionen dazu in deinem Um­feld an.

Kaufe weniger Produkte, die lange Liefer­wege oder Kühl­ketten haben.

Kaufe regionale Produkte.

Nutze Einkaufs­rat­geber und verzichte auf Mikro­plastik.

Fahre mehr Bahn, so verur­sachst du weniger Smog und weniger Lärm.

Nutze Naturbäder statt chlor­gereinigte Schwimm­bäder.

Organisiere und engagiere dich z.B. in Gewerk­schaften.

Setze dich für den barriere­freien Aus­bau von allen öffent­lichen Insti­tu­tionen ein.

Informiere dich über deine Rechte und die von anderen.

Gieße deine Pflanzen mit Regen­wasser.

Spende alte Fahrräder.

Kaufe Lebens­mittel für Be­dürf­tige, viele Super­märkte machen regel­mässige Aktionen.

Pflanze Bäume und Pflanzen, die die Luft filtern.

Nimm öfter das Fahrrad statt das Auto. Für deine Gesund­heit und das Klima.

Unterschreibe Petitionen, die nicht-nach­haltige Stadt­entwick­lungs­projekte stoppen.

Unterstütze eine öko­logische Land­wirt­schaft, sie schont die Böden.

Überlege, welche Erfindung deine Stadt besser machen würde.

Richte Nist­möglich­keiten für Vögel ein.

Mache Druck bei Politikern.

Gib Sprach- und Integrations­kurse.

Werde Förder­mitglied bei Orga­nisa­tionen, die sich für die 17 Ziele einsetzen.

Unterstütze Unternehmen, die auf Inklusion setzen.

Unterstütze Projekte, die sich gegen Genital­verstüm­melung einsetzen.

Entscheide dich für Frei­willigen­arbeit, z.B. als Sprach­lehrerin oder Sprach­lehrer.

Repariere einen tropfenden Wasser­hahn oder un­dichten Spülkasten.

Hinter­frage deine Kon­sum­gewohn­heiten. Brauchst du dieses Produkt wirklich?

Rette Lebens­mittel und beuge Lebens­mittel­ver­schwen­dung vor.

Nimm die Treppe anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppen

Besuche Kleider­tausch­börsen und Second Hand Shops.

Biete deine Hilfe an, z.B. wenn du Ob­dach­lose bei Kälte siehst.

Nutze Splitt statt Streusalz, das ist gesünder für Pflanzen und Tiere.

Führe einen Stromspar-Tag ein.

Gehe Blut spenden.

Tritt für bessere Bezahlung von Pflege­kräften ein.

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Kaufe weniger Produkte, die lange Liefer­wege oder Kühl­ketten haben.

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