Global Education

Monitoring Report- PISA

Global Education Monitoring Report – PISA

Junge Menschen sorgen sich um die Zukunft des Planeten. In vielen Weltgegenden versuchen junge Aktivisten die Welt zu verbessern: Sie organisieren sich in Initiativen wie der African Youth Initiative on Climate Change, und manchmal sind sie in den Schlagzeilen, wie z.B. 2019 während der Schulstreiks für das Klima.

Schulen sollen dieses Engagement unterstützen. SDG 4.7 verlangt von uns sicherzustellen, „dass alle Lernenden die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung nachhaltiger Entwicklung erwerben“, unter anderem durch „Weltbürgerschaft und die Wertschätzung kultureller Vielfalt“. Überall auf der Welt ist das Konzept der sogenannten Global Education zum Begriff geworden. Damit die nächste Generation sich auch nach dem magischen Datum 2030 weiter für die Nachhaltigkeitsziele engagiert, sollen Schülerinnen und Schüler die Bedeutung eines nachhaltigen Lebensstils verstehen und ein Bewusstsein als Weltbürger entwickeln.

Aber wie weit sind wir in diesem Bemühen gekommen?

Die kurze Antwort lautet: Global Education funktioniert, aber nicht alle Länder haben es geschafft, sie wirksam umzusetzen. Darüber hinaus gibt es charakteristische Probleme, die die Wirkung von Global Education grundsätzlich begrenzen. Wenn wir diese Schwierigkeiten verstehen, können wir junge Zielgruppen besser erreichen.

Globale Kompetenz

“Eine Kombination von Wissen, Fähigkeiten, Einstellungen und Werten, die erfolgreich auf globale Fragen oder interkulturelle Situationen angewandt werden. Globale Fragen betreffen alle Menschen und haben weitreichende Auswirkungen für gegenwärtige und künftige Generationen. Interkulturelle Situationen sind physische, virtuelle oder medial vermittelte Begegnungen mit Menschen, die als Personen mit einem anderen kulturellen Hintergrund wahrgenommen werden.“

PISA-Definition

Global Education funktioniert

Die PISA-Studie von 2018 (hier die kompletten Ergebnisse) untersuchte in den 66 teilnehmenden Ländern zum ersten Mal auch die globale Kompetenz der Schüler. Sie fand heraus: Je mehr Schülerinnen und Schüler an Unterrichtsaktivitäten rund um globale Kompetenz teilgenommen hatten, desto wahrscheinlicher hatten sie positive Einstellungen gegenüber anderen Menschen und Kulturen, und desto mehr waren sie sich globaler Probleme bewusst. Unter den Themen, bei denen Schüler sich am besten informiert fühlten, waren Gleichberechtigung von Mann und Frau, Klimawandel, Migration und internationale Konflikte. Auch gaben viele Schülerinnen und Schüler an, ihr eigenes Verhalten angepasst zu haben: In den OECD-Ländern reduzierten demnach 71% ihren persönlichen Energieverbrauch, 64% verfolgten Weltereignisse in den Sozialen Medien.

83% der Lernenden in den OECD-Ländern sagen, dass sie über das Thema „Gleichheit von Männern und Frauen in verschiedenen Weltgegenden“ Bescheid wissen oder sich sehr vertraut damit fühlen.

79% geben an, ähnliches Wissen zum Thema „Migration“ zu besitzen. Etwa die gleiche Zahl weiß etwas über „Klimawandel und Erderwärmung“.

66% fühlen sich über “internationale Konflikte“ informiert, und 65% über „globale Gesundheit“.

82% stimmen der Aussage zu „ich respektiere Menschen aus anderen Kulturen als gleichwertig“ – aber 18% tun das nicht!

Extremwerte: 92% der Schüler in Spanien und 91% der Schüler in Kanada sind dieser Auffassung – 39% der Schüler in Ungarn und 30% der Schüler in der Slowakei teilen diese Ansicht nicht.

Quelle: PISA 2018 Results (Band VI)

Nicht alle Länder engagieren sich gleich stark

Das Engagement der Politik für Global Education lässt manchmal zu wünschen übrig. Schon 1974 verständigten sich zahlreiche Länder auf eine UNESCO-Empfehlung hinsichtlich einer Erziehung zu internationalem Verständnis, Kooperation und Frieden sowie einer Erziehung zu Menschenrechten und Grundfreiheiten. Bei mehreren Nachfolgekonferenzen blieben zahlreiche Länder fern. Der Global Education Monitoring Report (kurz GEM Report) der UNESCO von 2020 stellte fest, dass bei der letzten Konsultation von 2016/17 Berichte von 83 Ländern vorgelegt wurden; die meisten aus Europa, Lateinamerika und dem karibischen Raum.  

Wie der Bericht konstatiert, gibt es viele verschiedene Stufen des Engagements, von bloßen politischen Erklärungen bis hin zu kompletter Umsetzung im Schulwesen, mit Überarbeitung von Schulbüchern und Integration der Bildungsziele in die Lehrerausbildung. Auch scheinen nicht alle Themen der Global Education gleichermaßen Akzeptanz zu finden. Während das Thema „Umwelt“ beinahe überall populär ist, scheinen in einigen Ländern „globales Bewusstsein“ oder „Extremismusprävention“ nicht so weit oben auf der Tagesordnung zu stehen.

Themen, die am häufigsten in nationale Lehrpläne integriert wurden:

„Ökologische Nachhaltigkeit“ – in 98% aller untersuchten Länder in Lehrpläne aufgenommen

„Gleichheit, Inklusion und Nichtdiskriminierung“ – 98%

„Ethik, Moral und Werte“ – 94%

Themen, die am wenigsten häufig integriert wurden:

„Prävention von gewalttätigem Extremismus“ – in 66% aller untersuchten Länder in Lehrpläne aufgenommen

„Weltbürgertum“ – 71%

„Interkultureller und interreligiöser Dialog“ – 82%

„Freundliche Beziehungen zu anderen“ – 82%

Quelle: GEM Report 2020

Hindernisse und Katalysatoren – Was Kommunikatoren lernen können

Auch in Ländern, die das Konzept der Global Education voll umzusetzen versuchen, ist der Erfolg nicht gleichmäßig verteilt. Wir haben uns die PISA-Ergebnisse angeschaut und dabei verschiedene Faktoren gefunden, die die Wirksamkeit von Global Education beeinträchtigen können. Nicht nur Schulen und Lehrkräfte können hier etwas lernen – jeder, der junge Menschen für die SDGs gewinnen will, sollte sich die Befunde anschauen.


Sozialer Hintergrund
Ein altes Problem im neuen Gewand: Schülerinnen und Schüler aus schwierigen Verhältnissen haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, globale und interkulturelle Fähigkeiten zu erlernen, egal wie viele Möglichkeiten die Schule ihnen bietet. Sie haben möglicherweise sehr spezifische Probleme und brauchen Ansätze, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

  • Stimmen Sie Ihre Ansätze genau ab, um verschiedene Gruppen junger Menschen zu erreichen. Je nach sozialem Hintergrund sind nicht alle von Anfang an gleichermaßen offen für Vorstellungen wie Weltbürgertum.


Eltern
Unterschätzen Sie nie den Einfluss der Eltern. Bei Schülerinnen und Schülern mit international orientierten Eltern ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie selber ebenfalls einen globalen Horizont entwickeln.

  • Vergessen Sie die Eltern nicht. Wir sollten es vermeiden, junge Menschen in Situationen zu bringen, wo sie glauben zwischen Werten, die als unsere Werte wahrgenommen werden könnten, und den Werten ihrer Familie wählen zu müssen. Wenn wir Minderjährige ansprechen, sollten wir auch versuchen, die Eltern zu erreichen. Nehmen Sie skeptische Rückmeldungen ernst, finden Sie Antworten und passen Sie ihre Botschaften an.


Lehrer
Um Schüler zu überzeugen, müssen Lehrer selbst überzeugt wirken. Sie sollten die Werte, die sie lehren, im Schulalltag leben.

  • Unsere eigene Art zu kommunizieren sollte die Werte widerspiegeln, die wir vermitteln wollen. Wenn wir über Toleranz sprechen, sollten wir nicht selbst intolerant gegenüber anderen Meinungen erscheinen. Wenn wir über Inklusion kommunizieren, sollten wir Formate wählen, die für Menschen mit Hör- oder Seheinschränkungen zugänglich sind.

Aktivität
Learning by doing: Unterrichtsformen, die junge Menschen aus der Klassenzimmer-Blase herausführen, sind der Tendenz nach wirkungsvoller.

  • Beschränken Sie sich nicht auf klassische schulische Informationsformate. Schaffen Sie lieber Projekte, die junge Menschen zur Teilnahme an echten Aktivitäten in der außerschulischen Welt ermutigen.

Interkulturelle Erfahrung
Schülerinnen und Schüler, die persönlichen Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern oder Kulturen haben, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit interkulturelle Fähigkeiten erwerben.

  • Bringen Sie Menschen aus verschiedenen Ländern oder Kulturen zusammen. Versuchen Sie, Formate zu entwickeln, die persönliche Verbindungen und individuelle Kontakte ermöglichen.

Ein zentrales Argument bei den Schulstreiks von 2019 war die Feststellung, dass die Bildungsanstrengungen von heute irrelevant sind, wenn der Planet morgen unbewohnbar ist. Paradoxerweise schuldet diese Vorstellung selbst ihre Popularität vor allem den Bemühungen im Bildungswesen, dem Engagement von Lehrerinnen und Lehrern. Die Klimastreiks zeigen, was Bildung und – allgemeiner – Kommunikation über die Nachhaltigkeitsziele erreichen kann: ein Bewusstsein für Probleme zu schaffen und gleichzeitig Menschen dazu zu ermutigen, diese Probleme anzugehen.

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