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Kriegen wir noch die Kurve? Ergebnisse der Klimakonferenz in Glasgow

Überschwemmungen, Hitze, Stürme – durch den Klimawandel nimmt auch in Deutschland die Häufigkeit und Stärke von Extremwetterereignissen zu. Auf der Klimakonferenz 2021 in Glasgow haben die 197 Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention weiter daran gearbeitet, was sie gemeinsam tun können um die Klimakrise einzudämmen. Die Zeit drängt – nicht zuletzt deswegen waren die Erwartungen an das diesjährige Treffen in Glasgow ziemlich hoch. Aber was wurde konkret auf der diesjährigen Weltklimakonferenz in Glasgow beschlossen? Sind die Beschlüsse ausreichend, um das Ziel zu erreichen? Wir haben ein paar Punkte herausgegriffen.

2,4 oder 1,5 Grad?

Vorweg muss klar sein: Den Erfolg der Konferenz nur an dem ambitionierten 1,5 Grad-Limit von Paris zu messen wäre illusorisch. So war leider schon im Vorfeld der Konferenz klar, dass die einzelnen Klimaschutzversprechen der Vertragsstaaten bisher nicht ausreichen, um das 1,5 Grad-Ziel zu erreichen. Sie würden eher auf eine globale Erwärmung um 2,4 Grad oder 2,1 Grad hinauslaufen.
Können wir der Konferenz trotzdem etwas Positives abgewinnen? Ja, zum Beispiel, dass zum ersten Mal formal festgelegt wurde, was schon längst klar ist: Die Ära der fossilen Energieträger muss zu Ende gehen. Die Abschlusserklärung fordert die Vertragsstaaten zur schrittweisen Reduzierung der Kohleverstromung auf. Daneben unterzeichneten viele Regierungen neue Initiativen, die in Glasgow angekündigt wurden, u. a. zu Methan, sauberen Fahrzeugen, Kohle und Entwaldung. Für eine Überraschung haben die beiden größten Treibhausgasemittenten der Welt, USA und China gesorgt, die auf der Konferenz bekannt gegeben haben, gemeinsam ihre Klimaschutzanstrengungen zu stärken. Anfang November 2021 hat die Internationale Energieagentur (IEA) berechnet, dass der durchschnittliche globale Temperaturanstieg bis 2100 auf immerhin 1,8 Grad reduziert werden könnte, wenn alle derzeit vorgelegten Ziele vollständig und rechtzeitig erreicht werden würden.1

Die Sache mit dem Geld…

Wirksamer Klimaschutz kostet Geld. Viel Geld. Und sowohl die negativen Folgen des Klimawandels als auch die Kapazitäten, diesen zu begegnen, sind global höchst unterschiedlich verteilt. Daher wurde bereits 1992 in der Klimarahmenkonvention festgehalten, dass die damals sogenannten entwickelten Länder „bei der Bekämpfung der Klimaänderungen und ihrer nachteiligen Auswirkungen die Führung übernehmen“ sollen.2 Hierauf pochen ärmere Staaten noch immer. Denn die Auswirkungen der Klimakrise verursachen in vielen dieser Länder schon heute immense Schäden durch Dürren, Waldbrände und Überflutungen. Eigentlich hatten die reichen Länder versprochen ab 2020 jedes Jahr ärmeren Ländern 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und die Bewältigung der Klimakrise zur Verfügung zu stellen. In der Abschlusserklärung der Klimakonferenz in Glasgow wird allerdings „mit großem Bedauern“ festgestellt, dass dieses Ziel der Industrieländer noch nicht erfüllt wurde. Diese Summe wird wohl erst 2023 erstmalig erreicht werden. In den Folgejahren soll dann aber mehr Geld zusammenkommen. Eine länderscharfe Verpflichtung hierfür gibt es allerdings nicht.

Wasser und Zeit

Selbst wenn wir das 1,5 Grad-Limit noch einhalten, findet Klimawandel schon heute statt. Die Wahrscheinlichkeit von Hochwasserkatastrophen oder Starkregen, wie wir sie in Deutschland im Juli 2021 erlebt haben, wird in Zukunft durch die globale Erwärmung größer. Fakt ist aber: Wir haben die Möglichkeit, uns an viele der vorhersehbaren und erwartbaren Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Trotzdem wurde auf vergangenen Weltklimakonferenzen viel zu wenig über Anpassungsmaßnahmen gesprochen. Entwicklungsländer fordern zum Beispiel die finanziellen Mittel zwischen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen besser aufzuteilen. Aktuell fließen nur 25 Prozent der von den Industrieländern gegebenen 80 Milliarden US-Dollar Klimafinanzierung in die Anpassung. In Glasgow wurde immerhin vereinbart das aktuelle Niveau bis 2025 zu verdoppeln. Parallel dazu wurde in Glasgow dieses Jahr der von den Entwicklungsländern weitgehend selbst verwaltete Anpassungsfonds aufgestockt. Es wurde außerdem endlich beschlossen, das im Pariser Abkommen festgelegte „globale Anpassungsziel“ zu definieren und mithilfe eines Arbeitsprogramms umzusetzen.

Und nun? Laut sein!

Die Diskussionen der Konferenz gehen in die richtige Richtung, aber es ist fraglich ob schnell genug Ergebnisse für das 1,5 Grad-Limit erzielt werden können. Die Klimafinanzierung reicht nicht aus um ärmere Länder bereits jetzt dabei zu unterstützen ihre Lebensgrundlagen zu schützen. Ein positives Signal ist aber, dass Anpassungen nun vermehrt in den Fokus gestellt werden. Der UN-Klimaprozess allein wird das Klima nicht retten, denn er beruht auf den nationalen Klimaschutzambitionen aller beteiligten Länder. Bis zur nächsten COP ist es nun an den einzelnen Staaten effektiven Klimaschutz zu betreiben, und unsere Aufgabe als Zivilgesellschaft ist es, sie regelmäßig daran zu erinnern! Bei seiner Abschlussrede hat der UN-Generalsekretär António Guterres das Wort an die junge Generation gerichtet. Die Generation, die sich in den letzten Jahren freitags auf den Straßen laut für Klimaschutz einsetzt und von denen viele von den Ergebnissen aus Glasgow enttäuscht sind: “Never give up. Never retreat. Keep pushing forward. I will be with you all the way.”3

Weitere Ergebnisse der Konferenz und deren Bewertung findet ihr hier.

1 IEA (2021): World Energy Outlook 2021. Technical note on the emissions and temperature implications of COP26 pledges https://iea.blob.core.windows.net/assets/aa17bd09-2ad0-4d0a-b5aa-ee418900c4af/Theimpactsofnewemissionspledgesonlongtermtemperatures.pdf

2 UNFCCC (1992): Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen.

3 UNFCCC (2021): Secretary-General's Statement on the Conclusion of the UN Climate Change Conference COP26. https://unfccc.int/news/secretary-general-s-statement-on-the-conclusion-of-the-un-climate-change-conference-cop26

 

Verfasserinnen und Verfasser

Victoria Brandemann, Franziska Jüde, Max Erik Schulze-Steinen, (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH)

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