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Das Artensterben zu stoppen wird zur Überlebensaufgabe. Auch für die Menschheit.

Eine Karikatur, die die Bedrohung durch den Verlust der Biodiversität als Flutwelle darstellt

Laut dem globalen Bericht zum Zustand der Artenvielfalt des Weltbiodiversitätsrats sind bis zu eine Millionen Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht. Viele von ihnen drohen bereits in den kommenden Jahrzehnten zu verschwinden.[1] Besonders gefährdet sind Amphibien, Korallen und zahlreiche Pflanzenarten. Expert*innen gehen davon aus, dass wir uns zurzeit im sechsten Massenaussterben der Menschheitsgeschichte befinden. Das letzte wohl bekannteste Aussterben ereignete sich vor rund 66 Millionen Jahren, als ein Asteroid auf der Halbinsel Yucàtan in Mexiko einschlug und etwa 70% aller lebenden Arten – Tiere wie Pflanzen – verloren gingen. Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied zu den früheren fünf Massenaussterben. Der aktuelle Verlust der Artenvielfalt ist menschengemacht und geht viel schneller von statten als die bisher bekannten Massenaussterben. Der Bericht des Weltbiodiversitätsrats nennt vor allem den veränderten Umgang der Land- und Meeresnutzung durch verstärkte Inanspruchnahme von Landfläche für die Viehzucht, die Überfischung der Ozeane, direkte Ausbeutung von Organismen, den Klimawandel, Umweltverschmutzung, sowie die Invasion fremder Arten als Hauptursachen für das aktuelle Artensterben. Dabei sind wir Menschen auf den Erhalt der Biodiversität dringend angewiesen. Besonders betroffen sind arme Menschen, deren Lebensgrundlage unmittelbar von Landwirtschaft und Fischerei abhängen. Für diese Menschen führt die Degradierung von nutzbaren Land zu massiven Einkommens- und Ernährungsunsicherheiten. Dass das Stoppen des Artensterbens zur Überlebensaufgabe der Menschheit wird, zeigt der direkte Zusammenhang zwischen der Biodiversitäts- Klima- und Coronakrise. Zum einen kann der Erhalt der Ökosysteme das Auftreten von Infektionskrankheiten reduzieren und so vor künftigen Pandemien effektiver schützen. Zum anderen bedroht der Klimawandel zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, da es ihnen schwerfällt sich an die wärmeren Temperaturen anzupassen und wichtige Lebensräume verloren gehen. Doch auch hier gibt es Unterschiede. Den Klimawandel können wir durch die politische Willenskraft der internationalen Gemeinschaft zeitnah beeinflussen. Neue Arten entstehen aber erst über Zeiträume von Hunderttausenden von Jahren.

Ein weiteres Problem ist, dass das Artensterben unterhalb unserer Wahrnehmungsschwelle stattfindet, während die Klima- und Coronakrise richtigerweise prominent als Themen besetzt werden. Zudem sind uns laut einer internationalen Studie[2] sind uns über 80% aller Arten an Land und 91% derer im Meer unbekannt. Darum gilt es auch die Vielfalt des Unbekannten zu schützen. Um die von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedeten globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bis 2030 zu erreichen, braucht es zwingend den Erhalt der Ökosysteme (SDG 14 und 15), welche die Lebensgrundlage für uns Menschen bilden.

Was kannst du tun um das Artensterben zu stoppen?

Wenn du dich stolzer Besitzer eines Gartens nennen kannst, dann solltest du möglichst deine Rasenfläche reduzieren und einheimische Gewächse mit offenen Blüten pflanzen um Hummeln, Bienen oder Schmetterlinge anzulocken. Nisthilfen in Form von „Wildbienenhotels“ können zusätzliche Lebensräume bieten. Auch Wildblumen, Küchenkräuter und Obstbäume sind Nahrungsquelle und Lebensräume heimischer Arten. Du solltest dabei auf den Einsatz von Chemikalien in deinem Garten verzichten.

Du fragst dich wie du deinen Garten anlegen sollst? Eine naturnahe und nachhaltige Alternative bietet der Permakultur-Garten. Dieses Konzept hat zum Ziel ein eigenes vernetztes, multifunktionales Ökosystem zu schaffen und zu erhalten, welches den natürlichen Abläufen nachempfunden ist. Dabei sollen vorhandene Ressourcen effizient genutzt und deren Verbrauch sowie der Energieverbrauch verringert werden.[3] Auch das Konsumverhalten spielt beim Erhalt der Artenvielfalt eine wichtige Rolle. Kaufe möglichst lokale Produkte und solche die ohne den Einsatz von Pestiziden hergestellt werden. Die industrielle Landwirtschaft ist hauptverantwortlich für das Artensterben.

Ein einzelner Garten macht dennoch keinen Sommer. Die Politik ist gefragt um langfristige und effektive Veränderungen voranzutreiben. Dessen sollte sich jede*r bewusst sein.

 

[1] IPBES (2019). The global assessment report on BIODIVERSITY AND ECOSYSTEM SERVICES. https://ipbes.net/global-assessment; letzter Abruf: 21.08.2021

[2] Mora C, Tittensor DP, Adl S, Simpson AGB, Worm B (2011) How Many Species Are There on Earth and in the Ocean? PLoS Biol 9(8): e1001127.doi:10.1371/journal.pbio.1001127; letzter Abruf: 31.08.2021

[3] Meine-Ernte. https://www.meine-ernte.de/gartentipps/rund-um-den-gemuesegarten/permakultur/; letzter Abruf: 31.08.2021

 

Verfasser

Dominic Kranholdt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter SDSN Germany

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Hinter­frage deine Kon­sum­gewohn­heiten. Brauchst du dieses Produkt wirklich?

Hinter­frage Rollen­bilder und rege Dis­kus­sionen dazu in deinem Um­feld an.

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Nimm öfter das Fahrrad statt das Auto. Für deine Gesund­heit und das Klima.

Kaufe nur Fisch­arten, die nicht durch Über­fischung bedroht sind.

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Pflanze Bäume und Pflanzen, die die Luft filtern.

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Entscheide dich für Frei­willigen­arbeit, z.B. als Sprach­lehrerin oder Sprach­lehrer.

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Fordere öffentliche Insti­tu­tionen wie Uni­ver­sitä­ten und Bi­blio­the­ken auf, jedem einen Internet­zugang zu ermöglichen.

Informiere dich über deine Rechte und die von anderen.

Richte Nist­möglich­keiten für Vögel ein.

Trinke Leitungswasser.

Setze dich für den barriere­freien Aus­bau von allen öffent­lichen Insti­tu­tionen ein.

Tritt für bessere Bezahlung von Pflege­kräften ein.

Kaufe weniger Produkte, die lange Liefer­wege oder Kühl­ketten haben.

Kaufe regionale Produkte.

Führe einen Stromspar-Tag ein.

Unterschreibe Petitionen, die nicht-nach­haltige Stadt­entwick­lungs­projekte stoppen.

Nutze Splitt statt Streusalz, das ist gesünder für Pflanzen und Tiere.

Biete deine Hilfe an, z.B. wenn du Ob­dach­lose bei Kälte siehst.

Achte beim Einkauf auf biolo­gisch und nach­haltig erzeugte Produkte.

Unterstütze Unternehmen, die auf Inklusion setzen.

Rette Lebens­mittel und beuge Lebens­mittel­ver­schwen­dung vor.

Beteilige dich an Crowd­sourcing-Aktionen.

Nimm die Treppe anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppen

Engagiere dich für die Rechte von Mädchen und Frauen.

Nutze Naturbäder statt chlor­gereinigte Schwimm­bäder.

Überlege, welche Erfindung deine Stadt besser machen würde.

Organisiere und engagiere dich z.B. in Gewerk­schaften.

Kaufe nur Lebens­mit­tel, die du auch auf­brau­chen kannst.

Erzähle jedem von den 17 Zielen.

Nutze Einkaufs­rat­geber und verzichte auf Mikro­plastik.

Organisiere Stadt­entwicklungs­wettbewerbe.

Repariere einen tropfenden Wasser­hahn oder un­dichten Spülkasten.

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