Blog

Immer das neueste

Dein – Mein – Unser Beitrag zu den SDGs während der Corona-Pandemie (Teil 3)

Vor fünf Jahren haben wir – die Vereinten Nationen – die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) verabschiedet. Diese sollen unsere Welt – unsere Gesellschaft, Ökonomie und Ökologie – zu einer nachhaltigen Entwicklung befähigen. Ebendiese Welt blickt momentan neben der Klimakrise jedoch einer weiteren Krise ins Auge: Der Covid-19-Pandemie (Coronavirus, SARS-CoV-2). Ohne die Gefahren, Schicksale und Verluste zu ignorieren, fragen wir uns: Gibt es bei all´ den Einbußen und Verlusten auch positive Seiten? Können und sollten wir uns fragen: Was lernen wir? Was können wir selber tun? In diesem Licht diskutieren wir die Covid-19-Pandemie entlang der 17 SDGs, primär mit Blick auf Deutschland und konzentrieren uns in diesem letzten Teil auf die Ziele 13 bis 17.

Fahrrad statt Auto, den Fleischkonsum reduzieren, Licht ausmachen und weniger Plastik verbrauchen – deine guten Vorsätze sind auch in Zeiten der Corona-Pandemie richtig und wichtig. Auch wenn es scheint, als komme die Klimadebatte aktuell zu kurz, so ist neben einem Systemwandel auch der Lebensstil von jedem Einzelnen entscheidend – jeden Tag kannst du eine Entscheidung treffen. Vor allem aber dürfen wir uns nicht von den zurzeit sinkenden CO2-Emissionen täuschen lassen – diese sind zwar positiv, aber eher Zufall als Strategie. 2020 darf kein Einmaleffekt bleiben. Und es ist nichts gewonnen, wenn du nach der Krise den Langstreckenflug oder die Kreuzfahrt nachholst. Warst du schon mal im Schwarzwald oder der sächsischen Schweiz? Touristen aus aller Welt fliegen jedes Jahr tausende Meilen, um diese schönen Orte in Deutschland zu entdecken. Durch Urlaub im eigenen Land schützt du nicht nur die Natur durch weniger CO2-Ausstoß, sondern lernst auch deine eigene Heimat besser kennen und lieben.

Noch nie waren Venedigs Kanäle klarer als während der Pandemie, die Natur erwacht wieder.[1] Aber was, wenn wir nach Covid-19 wieder so leben wie vorher? Diese kleinen Fortschritte müssen wir als Anreiz sehen, der Natur wieder mehr Respekt zu zollen – denn wie wir sehen, kann man in kurzer Zeit viel verändern. Du willst auch etwas für das Leben unter Wasser tun? Dann achte das nächste Mal beim Fischkauf auf Gütesiegel für nachhaltigen Wildfang und zertifizierte Aquakulturen. Einen guten Überblick findest du hier: www.label-online.de. Wenn du außerdem auf Einmalplastik verzichtest, trägst du dazu bei, dass die Meere weniger vermüllt und – wie momentan – wieder aufatmen können.

Spazieren gehen ist langweilig? Nicht in Corona-Zeiten. Wir erleben gerade eine ganz neue Wertschätzung für die Natur vor unserer Haustür. Das gibt Anlass über das massive Artensterben nachzudenken, denn was wäre das „draußen“ ohne Bienen, ohne Blumen, ohne Vogelgezwitscher? Hätten wir mehr Respekt für die Tierwelt, so hätte sich womöglich auch Covid-19 verhindern lassen können. Denn Forscher sind sich sicher, die Krankheit wurde auf einem chinesischen Tiermarkt auf den Menschen übertragen.[2] Jeder von uns sollte sich fragen, wie wir heute und nach der Krise mit Tieren umgehen wollen. Dazu gehört auch deinen eigenen Fleischkonsum kritisch zu hinterfragen. Zum Schutz der Tiere und zu unserem eigenen.

Krieg ist menschengemacht – Frieden ist menschlich. Auch wenn du nicht in der Lage bist einen globalen Waffenstillstand zu initiieren, kannst du die Welt um dich herum etwas friedlicher machen. Konflikte sind manchmal ganz nah: zuhause, auf der Straße, im Netz – oftmals bewaffnet durch Worte. Gerade in Zeiten von Corona und häuslicher Quarantäne steigt die Gefahr häuslicher Gewalt.[3] Solltest du gewalttätige Konflikte mitkriegen, werde sofort aktiv! Wähle die 110. Rat und Hilfe kannst du dir auch bei der „Nummer gegen Kummer“ für Kinder- und Jugendliche (116 111) [4] und Eltern (0800-1110550) sowie dem Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (08000-116016) holen. Auch wenn es hoffentlich nie dazu kommen wird, kannst du dir die Nummern für den Notfall ins Handy einspeichern.

Offene Grenzen, einheitliche Währung, Frieden und Menschenrechte – das sind nur einige der Vorteile der Europäischen Union (EU), die wir alle genießen.[5] In Zeiten der Corona-Pandemie erleben wir jedoch nationale Alleingänge und die Tendenz sich abschotten zu wollen. Letzteres dient zwar auch dem Kampf gegen die Ausbreitung des Virus, darf jedoch nicht die Solidarität in der EU gefährden. Gerade jetzt müssen wir gemeinsam handeln und kooperieren. Besonders der Austausch von Wissen, Medikamenten und Technologien sind bei einer Pandemie wichtig. Statt nur auf Deutschland zu schauen muss gerade jetzt die Gemeinschaft gestärkt werden. Was du dafür tun kannst? Du kannst dafür sorgen, dass die SDGs bekannter werden, indem du sie in den sozialen Netzwerken teilst. Und du kannst dabei den Fortschritt feiern, den wir bereits erreicht haben. Durch ehrenamtliches Engagement kannst du für eine bessere Gesellschaft sorgen und so Solidarität und Menschlichkeit stärken. Wenn uns allen dies gelingt, erwartet uns nach Corona eine bessere Welt.

Dieser Blogbeitrag soll weder die gesundheitlichen noch die gesellschaftlichen und ökonomischen Risiken und Belastungen ignorieren. Er soll aber Mut machen – Mut machen, dass zu Hause zu bleiben gar nicht so schlimm ist – Mut machen, dass wir auf dem richtigen Weg sind – Mut machen, dass an einem Tag ein neues und vielleicht auch besseres „Normal“ auf uns wartet

Einen weiterführenden Diskussionsimpuls findest du hier: Schostok, Dorothea (2020): Covid-19 im Licht der Sustainable Development Goals. Wuppertal Institut (Hrsg.)

Du hast Interesse an mehr? Hier findest du weitere Diskussionsbeiträge zur CoronaTransformation oder schau mal in den Zukunftsblog.

 

Quellen:

[1] Guardian News (2020): Dolphins and fish: nature moves into spaces left empty by Italian coronavirus quarantine. https://www.youtube.com/watch?v=jv0DLTVfwIc

[2] Deutsches Ärzteblatt (2020): Wissenschaftler beweisen, dass SARS-CoV-2 durch natürliche Selektion entstanden ist. Newsmeldung vom 19.03.2020. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111184/Wissenschaftler-beweisen-dass-SARS-CoV-2-durch-natuerliche-Selektion-entstanden-ist

[3] UN News (2020): UN chief calls for domestic violence ‘ceasefire’ amid ‘horrifying global surge’. Mitteilung vom 06.04.2020. https://news.un.org/en/story/2020/04/1061052
Deutschlandfunk (2020): Covid-19. Häusliche Gewalt in Coronavirus-Pandemie – Frühwarnsysteme außer Kraft. https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-haeusliche-gewalt-in-coronavirus-pandemie.1939.de.html?drn:news_id=1118037
WEISSER RING (o. J.): WEISSER RING befürchtet deutliche Zunahme an Gewalttaten. https://weisser-ring.de/node/20767
Tagesschau (2020): Corona und häusliche Gewalt. "Man muss mit dem Schlimmsten rechnen“. Meldung 28.03.2020. https://www.tagesschau.de/ausland/corona-europarat-haeusliche-gewalt-pejcinovic-buric-101.html

[4] Das Elterntelefon ist unter 0800-1110550 zu erreichen. Für weiterführende Informationen zum Nummer gegen Kummer e. V., dem Dachverband des größten kostenfreien, telefonischen Beratungsangebotes für Kinder, Jugendliche und Eltern in Deutschland siehe www.nummergegenkummer.de

[5] EU – Europäische Union (o. J.): Was die EU für ihre Bürgerinnen und Bürger tut. https://europa.eu/european-union/about-eu/what-the-eu-does-for-its-citizens_de

Teilen
von Wuppertal Institut - Dr. Dorothea Schostok & Franziska Nagel

Dein – Mein – Unser Beitrag zu den SDGs während der Corona-Pandemie (Teil 2)

Vor fünf Jahren haben wir – die Vereinten Nationen – die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) verabschiedet. Diese sollen unsere Welt – unsere Gesellschaft, Ökonomie und Ökologie – zu einer nachhaltigen Entwicklung befähigen. Ebendiese Welt blickt momentan neben der Klimakrise jedoch einer weiteren Krise ins Auge: Der Covid-19-Pandemie (Coronavirus, SARS-CoV-2). Ohne die Gefahren, Schicksale und Verluste zu ignorieren, fragen wir uns: Gibt es bei all´ den Einbußen und Verlusten auch positive Seiten? Können und sollten wir uns fragen: Was lernen wir? Was können wir selber tun? In diesem Licht diskutieren wir die Covid-19-Pandemie entlang der 17 SDGs, primär mit Blick auf Deutschland. Hier beschäftigen wir uns nun mit den Zielen 6 bis 12.

Händewaschen – unsere neue Lieblingsbeschäftigung? Wenn wir eine Sache aus der Corona-Pandemie lernen, dann ist es wohl wie man sich richtig die Hände wäscht. Nie zuvor waren wir so sensibilisiert über die Hygienemaßnahmen, die im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus so wichtig sind. Wir befinden uns in Deutschland in der glücklichen Lage ausreichend sauberes Wasser und Seife zu haben. Leider sieht das in vielen anderen Ländern anders aus: Weltweit können sich schätzungsweise drei Milliarden Menschen zu Hause nicht richtig die Hände waschen – es fehlt schlichtweg an fließendem Wasser und Seife.[1] Hier ist vor allem finanzielle, infrastrukturelle und logistische Hilfe notwendig. Du willst helfen? Auf Spendenplattformen wie z. B. betterplace.org gibt es viele Kampagnen zur Corona-Nothilfe, die du unterstützen kannst. Hier macht dein Geld wirklich einen Unterschied.

https://www.betterplace.org/de/discover-projects?q=seife&categoryId=55

Über die Hälfte der Stromerzeugung in Deutschland kommt aus erneuerbaren Energieträgern.[2] Das ist ein erfreuliches Ergebnis im Hinblick auf die Klimaziele. Jedoch werden aktuell Stimmen laut, die für die Dauer der Corona-Pandemie die Förderung erneuerbarer Energien (EE) ablehnen.[3] Klar ist aber, einer zukunftsträchtigen Industrie erheblichen Schaden zuzufügen ist eindeutig der falsche Weg. Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht EE sogar als zentrales Mittel, um die Konjunktur in Zeiten der Pandemie anzukurbeln. Anstatt die Schäden der Pandemie noch zu verschlimmern, sollte die Krise zur nachhaltigen Neujustierung unseres Energie- und Wirtschaftssystems genutzt werden.[4] Das gilt auf Regierungsebene ebenso wie im privaten Leben. Du wolltest schon lange den Stromanbieter wechseln und grünen Strom beziehen? Dann ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt!

Was bedeutet für dich Wohlstand? Ein hohes Bruttoinlandsprodukt? Oder doch eher Gesundheit, Familie und Glück? Als Antwort auf die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise haben sich Bund und Länder auf ein 600 Mrd. Euro „Corona-Schutzschild“ geeinigt[5]. Eine Menge Geld, die Verteilung ist aber noch nicht abschließend geklärt. Klar ist jedoch: Nicht-klimaneutrale Investitionen führen langfristig zu noch größeren Schäden, weshalb wir gerade jetzt ein Zusammendenken des Dreiklangs Pandemie, Klima und Soziales brauchen. Denn Geld alleine macht uns nicht glücklich. Du findest keinen Studenten-Job in der Gastro? Versuche es als Erntehelfer! Online-Portale wie www.daslandhilft.de und www.saisonarbeit-in-deutschland.de zeigen wo helfende Hände gebraucht werden. In deiner Nachbarschaft fällt Gartenarbeit an? Durch simple Taten der Solidarität kannst auch du in Covid-19-Zeiten etwas für deinen eigenen Wohlstand und den deiner Mitmenschen tun.

Bist auch du wegen der Covid-19-Pandemie im Home Office? Durch den digitalen Wandel haben wir die Möglichkeit unsere Arbeitswelt in Sachen Nachhaltigkeit deutlich zu verbessern. [6] Statt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren und zu Meetings zu fliegen nutzen wir Tele- und Videokonferenzen und stellen fest: So arbeitet es sich sogar teils effizienter. Und auch zuhause führt die Corona-bedingte Schließung vieler Läden dazu, dass wir kreativer werden. Hast du nicht auch dieses eine DIY-Projekt, was du schon immer angehen wolltest? Oder die Jeans, die eigentlich nicht mehr cool ist und der du jetzt einen Used-Look verpassen willst? Die Pandemie zwingt uns neu zu denken und schnell fällt auf: es geht auch anders - es geht auch nachhaltiger.

Risikogruppen wegsperren? Die Bunderegierung hat sich klar gegen eine zweigeteilte Gesellschaft ausgesprochen, denn gerade in Zeiten einer Pandemie ist Solidarität und Zusammenhalt essentiell: Infektionsketten durchbrechen um andere zu schützen und denjenigen Dank zollen, die in erster Reihe gegen das Virus kämpfen. Du willst anderen Menschen Mut machen und Solidarität zeigen? Auf Instagram kannst du dies z. B. mit den Hashtags #wirbleibenzuhause und #stayathome tun. Oder du schaust, ob dein Lieblingscafé Gutscheine verkauft, die du nach dem Virus einlösen kannst. Eine Welt, die in dieser Zeit unsere Menschlichkeit erfährt, wird uns nach der Pandemie mit offenem Armen wiederempfangen.

Kein Straßenlärm, keine Staus und bessere Luftqualität – als Städter fast undenkbar. Doch die Reiseeinschränkungen in der Coronakrise haben sowohl in Deutschland als auch international durch den starken Rückgang von Flug- und Schiffverkehr einen äußerst positiven Effekt auf Natur und Umwelt. Auch wenn nun vielleicht ein lange geplanter Urlaub ausfällt, so bietet dir diese Pandemie doch die Möglichkeit deinen Lebensstil zu hinterfragen, unnötige (Geschäfts-)reisen auch in Zukunft zu reduzieren und wieder die Schönheit der heimischen Natur mit ihren Wäldern, Seen und Bergen zu entdecken – vielleicht sogar mit dem Rad? Falls du noch keins hast, kannst du online günstig gebrauchte Fahrräder finden. Damit kannst du dann deine Umgebung erkunden und nach der Pandemie zur Arbeit düsen – macht fit, spart Geld und du tust was für das Klima in deiner Stadt. Win-win-win-Situation!

Shoppen als Hobby – Covid-19 führt uns gerade deutlich vor Augen, was wir wirklich brauchen und was nicht. Der Einzelhandel ist zum Teil noch eingeschränkt, Kleidung und Co. vermehrt übers Internet zu bestellen. Partys, Konzerte und Festivals sind abgesagt. Vielleicht bleibt auch bei dir am Monatsende nun mehr Geld übrig als sonst. Was tun mit dem Gesparten? In Zeiten des Überflusses, langen Lieferketten und Dumpinglöhnen müssen wir uns fragen, wie wir unsere Bedürfnisse in Zukunft befriedigen wollen. Trotz der Pandemie sind wir in Deutschland gut versorgt und können uns „den Luxus“ erlauben Nachhaltigkeit und Regionalität als Kaufkriterien einzubeziehen. Schau doch mal bei den kleinen Läden in deiner Umgebung nach – viele haben in Zeiten der Krise Online-Shops eingerichtet und freuen sich über jede Unterstützung.

Dieser Blogbeitrag soll weder die gesundheitlichen noch die gesellschaftlichen und ökonomischen Risiken und Belastungen ignorieren. Er soll aber Mut machen – Mut machen, dass zu Hause zu bleiben gar nicht so schlimm ist – Mut machen, dass wir auf dem richtigen Weg sind – Mut machen, dass an einem Tag ein neues und vielleicht auch besseres „Normal“ auf uns wartet

Einen weiterführenden Diskussionsimpuls findest du hier: Schostok, Dorothea (2020): Covid-19 im Licht der Sustainable Development Goals. Wuppertal Institut (Hrsg.)

Du hast Interesse an mehr? Hier findest du weitere Diskussionsbeiträge zur CoronaTransformation oder schau mal in den Zukunftsblog.

 

Quellen:

[1] Vereinte Nationen (2019): The Sustainable Development Goals Report 2019. https://unstats.un.org/sdgs/report/2019/

[2] Fraunhofer ISE (2020): Täglicher Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Deutschland in 2020. https://www.energy-charts.de/ren_share_de.htm?source=ren-share&period=daily&year=2020

[3] Deutscher Bundestag (Hrsg., 2020): Aussetzen von Klimaschutzmaßnahmen. Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit/Antrag - 25.03.2020 (hib 325/2020). https://www.bundestag.de/presse/hib/689194-689194

[4] IEA – International Energy Agency (Hrsg., 2020): Put clean energy at the heart of stimulus plans to counter the coronavirus crisis. Autor: Fatih Birol, Executive Director IEA. 14.03.2020. https://www.iea.org/commentaries/put-clean-energy-at-the-heart-of-stimulus-plans-to-counter-the-coronavirus-crisis

[5] BMF – Bundesministerium der Finanzen (2020): Corona-Schutzschild. Kampf gegen Corona: Größtes Hilfspaket in der Geschichte Deutschlands. Mitteilung vom 27.03.2020. https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-13-Milliarden-Schutzschild-fuer-Deutschland.html;jsessionid=207532AEDA3C2E1DCB333EABA7F1A51B.delivery2-replication

[6] WBGU – Wissenschaftlicher Beirat für Globale Umweltfragen (2019): Unsere gemeinsame digitale Zukunft. Kernaussagen. https://www.wbgu.de/fileadmin/user_upload/wbgu/publikationen/factsheets/fs7_2019/wbgu_fs1-2019.pdf. Hauptgutachten: https://www.wbgu.de/de/publikationen/publikation/unsere-gemeinsame-digitale-zukunft

Teilen
von Wuppertal Institut - Dr. Dorothea Schostok & Franziska Nagel

Dein – Mein – Unser Beitrag zu den SDGs während der Corona-Pandemie (Teil 1)

Vor fünf Jahren haben wir – die Vereinten Nationen – die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) verabschiedet. Diese sollen unsere Welt – unsere Gesellschaft, Ökonomie und Ökologie – zu einer nachhaltigen Entwicklung befähigen. Ebendiese Welt blickt momentan neben der Klimakrise jedoch einer weiteren Krise ins Auge: Der Covid-19-Pandemie (Coronavirus, SARS-CoV-2). Ohne die Gefahren, Schicksale und Verluste zu ignorieren, fragen wir uns: Gibt es bei all´ den Einbußen und Verlusten auch positive Seiten? Können und sollten wir uns fragen: Was lernen wir? Was können wir selber tun? In diesem Licht diskutieren wir die Covid-19-Pandemie entlang der 17 SDGs, primär mit Blick auf Deutschland. Wir starten in diesem ersten Teil mit den Zielen 1 bis 5.

Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen durch die Coronakrise“ – eine Utopie? Nicht erst seitdem die Folgen der Covid-19-Pandemie – Kurzarbeit, Kündigungen, Umsatzeinbußen – viele Menschen in finanzielle Notlagen bringen[1], gibt es in Deutschland Forderungen für eine bedingungslose Grundsicherung. Profitieren würden vor allem Alleinerziehende, aber auch Selbstständige, Freiberufler und Künstler. Denn trotz deiner Spotify-Mitgliedschaft fällt es den Musikern oft schwer von ihrer Arbeit zu leben. Wenn du gerade Zeit übrighast, informiere dich doch mal über Kampagnen wie diese und, wenn du willst, unterzeichne. Denn wann, wenn nicht jetzt, lassen sich transformative Ideen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen besser testen? Die Pandemie ist auch eine Chance für die Transformation und jede Stimme zählt.

Hunger als existentielle Bedrohung kennen in Deutschland die Wenigsten, die Lebensmittelversorgung ist auch heute gesichert. Dennoch erfreut sich das Thema Hamsterkäufe großer medialer Beliebtheit. Bundeskanzlerin Angela Merkel findet dafür klare Worte: „Hamstern, als werde es nie wieder etwas geben, ist sinnlos und letztlich vollkommen unsolidarisch“.[2] Also: Statt Klopapier zu bunkern freue dich über die Möglichkeit weiterhin frische und gesunde Produkte kaufen zu können und deine Kochkünste zu perfektionieren – die nächste Dinner-Party kommt bestimmt! Und wer weiß, es wäre doch schön, wenn die Lust auf Selbstgekochtes auch in Zukunft bleibt und wir älteren Nachbarn auch nach Ende der Pandemie den ein oder anderen Einkauf abnehmen.

 

Dein Fitnessstudio hat zu, der Tennisverein ist geschlossen? Gerade in Zeiten der Pandemie rücken Gesundheit und Wohlergehen in unseren Fokus. Wir entwickeln im Moment eine neue Wertschätzung gegenüber den im Gesundheitssystem Beschäftigten und sind gleichzeitig gezwungen unsere Lebensstile zu überdenken. Und genau hier liegt die Chance zum Reflektieren, Priorisieren und Besinnen. Was ist mir wichtig, mit wem oder was möchte ich meine Zeit verbringen? Ist es die Autofahrt zum Fitnessstudio wert, um dort auf dem Laufband zu rennen, oder fühlt sich das Training im Freien sogar viel besser an? Waldspaziergänge, das häufig verfluchte Joggen sowie Online-Fitnessangebote sind ideale Wege auch in Zeiten von Covid-19 den Körper fit und das Immunsystem stark zu halten. Damit hilfst du vor allem deiner eigenen Gesundheit, aber auch das Gesundheitssystem wird durch Präventivmaßnahmen wie Sport entlastet. Und durch den geringeren Ressourcenaufwand schützt du gleichzeitig noch das Klima. Also, Turnschuhe an und los!

Kindergärten und Schulen sind zu, Nachhilfe fällt aus, die Uni findet nur online statt – führt die Covid-19-Pandemie zum Brachliegen der Bildung? Im Gegenteil! Seitdem klar ist, dass in Zeiten des Coronavirus kein normaler Betrieb der Bildungseinrichtungen möglich ist, erfinden diese sich und ihr Angebot fortwährend neu. Die Digitalisierung der Bildungsinfrastruktur, für die die Bundesregierung bis 2025 fünf Milliarden Euro zur Verfügung stellt[3], erfährt im Moment einen rasanten Entwicklungsschub und es kann davon ausgegangen werden, dass die Krise als Katalysator für kreative Lösungen wirkt. Auch wenn die Pandemie eine enorme Herausforderung für das Bildungssystem darstellt, so ist die Mühe groß durch e-Learning-Plattformen möglichst alle Schulkinder, Studierende und Erwachsene durch diese Zeit zu geleiten. Falls du Kinder oder Geschwister hast, die momentan nicht zur Schule gehen können, informiere dich doch auch mal bei außerschulischen Institutionen über digitale Lernangebote. Hier können momentan sogar häufig mehr Kinder daran teilhaben als gewöhnlich (z. B. bei „Junior Uni DigiTal“[4]), was dich oder deine Eltern entlasten könnte.

Minutenlanger Applaus und Jubel auf leeren Straßen – damit ehren im Moment in vielen Ländern die Menschen das medizinische Personal und all´ die anderen helfenden Hände. Aber wem danken wir hier eigentlich? In Deutschland liegt der Anteil von Frauen am Gesundheitspersonal bei über 75 Prozent.[5] Hinzu kommt, dass Frauen täglich etwa dreimal so viel Zeit wie Männer mit unbezahlter Pflege- und Hausarbeit verbringen.[6] Unfair? Ja! Denn so werden Frauen nicht nur ökonomisch benachteiligt, sondern erfahren in Zeiten der Pandemie auch eine starke Mehrfachbelastung. Was können wir tun? Liebe Frauen: Seid mutig im Hinblick auf eure Karriereplanung – wir brauchen mehr weibliche Virologen, Chefärzte, Politiker und Führungskräfte. Go for it! Durch ihre mediale Präsenz könnte man gerade meinen, Deutschlands Expertenriege bestehe nur aus Männern – und tatsächlich, die Chefetagen hierzulande sind immer noch überwiegend männlich.[7] Die Krise macht uns dies deutlich, nutzen wir diese Erkenntnis: Unterstütze die Frauen in deiner Familie, deinem Freundeskreis, deinem Netzwerk. Und achte einmal darauf, wie oft du im Alltag versteckten Sexismus erlebst - oder vielleicht selbst Dinge sagst, die eigentlich in ein anderes Jahrhundert gehören.

 

Dieser Blogbeitrag soll weder die gesundheitlichen noch die gesellschaftlichen und ökonomischen Risiken und Belastungen ignorieren. Er soll aber Mut machen – Mut machen, dass zu Hause zu bleiben gar nicht so schlimm ist – Mut machen, dass wir auf dem richtigen Weg sind – Mut machen, dass an einem Tag ein neues und vielleicht auch besseres „Normal“ auf uns wartet

Einen weiterführenden Diskussionsimpuls findest du hier: Schostok, Dorothea (2020): Covid-19 im Licht der Sustainable Development Goals. Wuppertal Institut (Hrsg.)

Du hast Interesse an mehr? Hier findest du weitere Diskussionsbeiträge zur CoronaTransformation oder schau mal in den Zukunftsblog.

 

Quellen:

[1] Deutschlandfunk (2020): Covid-19. Heil: Kurzarbeitergeld wirkt – mehr als 470.000 Anzeigen. Meldung vom 31.03.2020. https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-heil-kurzarbeitergeld-wirkt-mehr-als-470-000.1939.de.html?drn:news_id=1116112

[2] Bundesregierung (2020): Fernsehansprache von Bundeskanzlerin Angela Merkel. https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975232/1732182/d4af29ba76f62f61f1320c32d39a7383/fernsehansprache-von-bundeskanzlerin-angela-merkel-data.pdf?download=1

[3] BMBF – Bundesministerium für Bildung und Forschung (2019): Was ist der DigitalPakt Schule? https://www.digitalpaktschule.de/de/was-ist-der-digitalpakt-schule-1701.html

[4] https://www.junioruni-wuppertal.de/de/1772/angebot/junior-uni-digital/

[5] Statistisches Bundesamt (2020): Gesundheitspersonal: Deutschland, Jahre, Einrichtungen, Geschlecht. https://www-genesis.destatis.de/genesis/online?sequenz=tabelleErgebnis&selectionname=23621-0001&zeitscheiben=10

[6] Vereinte Nationen (2019): The Sustainable Development Goals Report 2019. https://unstats.un.org/sdgs/report/2019/

[7] Hensel, Jana (2020): Die Krise der Männer. Artikel vom 13.04.2020 in Zeit. https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-04/gleichberechtigung-coronavirus-maenner-frauen-wissenschaftler-politiker-systemrelevante-berufe

Teilen
von Wuppertal Institut - Dr. Dorothea Schostok & Franziska Nagel

Johann & Mathilda fragen nach(haltig)

Eine Videoreihe der Universität Göttingen zu nachhaltiger Entwicklung und Sustainable Development Goals

Mit innovativen und spannenden Videos über universitäre Forschung informiert die Universität Göttingen junge Menschen über alltägliche Nachhaltigkeitsthemen und die SDGs.

Am Beispiel von drei Forschungsprojekten sollen insbesondere Schüler*innen und Studierende über gesellschaftsrelevante Nachhaltigkeitsprobleme in der Landwirtschaft und die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen informiert werden. Die Themen der Videos sind die Erzeugung von Fisch, Geflügel und Tomaten und wie diese nachhaltiger gestaltet werden kann. Je Forschungsprojekt wurden zielgruppenspezifisch zwei unterschiedliche Videos gedreht: Während sich „Johann fragt nach(haltig)“ in erster Linie an Studierende richtet, spricht „Mathilda fragt nach(haltig)“ insbesondere Schüler*innen und das jüngere Publikum an. Die Videos regen dabei, ganz im Sinne der Leitidee von Bildung für nachhaltige Entwicklung, zu zukunftsfähigem und reflexivem Denken und Handeln an. Sie können sowohl im Schulunterricht als auch zur allgemeinen Wissenschaftskommunikation eingesetzt werden und verknüpfen universitäre Forschung mit schulischer Bildung. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat die Videos als Lehrmaterial auf dem BNE-Portal veröffentlicht, wodurch Lehrkräfte leicht auf diese zugreifen und sie in den Unterricht integrieren können.

Die sechs Videos sind über die Youtube-Playlist abrufbar. Sie wurden produziert vom Green Office der Universität Göttingen in Kooperation mit der Fakultät für Agrarwissenschaften und gefördert durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung.

Johann fragt nach(haltig): Wie nachhaltig ist Aquakultur?

Verfasser & Ansprechpartner:

Marco Lange

Leiter Green Office und Koordinator Nachhaltigkeit

Abteilung Öffentlichkeitsarbeit

Tel: +49 (0) 551 39 21356

E-Mail: marco.lange@zvw.uni-goettingen.de

Website: http://www.uni-goettingen.de/nachhaltigkeit

Teilen
von Gast-Autor

Jeden Tag eine gute Tat

NachhaltICH – Die App für die Zukunft

Nachhaltige Entwicklung ist in aller Munde – Klimaschutz. Insektensterben oder unsere ausbeuterischen Konsummuster. Dabei wird es immer schwieriger, den Durchblick zu behalten: Was ist wirklich nachhaltig und wo fange ich an? Wie hängt mein individuelles Handeln mit weltweiter nachhaltiger Entwicklung zusammen?

Die NachhaltICH App unterstützt dich dabei, nachhaltige Gewohnheiten spielerisch in deinen Alltag einzubauen. Schritt für Schritt absolvierst du kleinere und größere Challenges, die dir zeigen, wie du nachhaltiger leben kannst. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Versuch, eine Woche lang vegetarisch zu leben, dich für mehr Barrierefreiheit in deiner Nachbarschaft einzusetzen oder ein kreatives Upcycling-Projekt durchzuführen? Für jede absolvierte Challenge erhältst du eine Belohnung und siehst, wie du zu einem positiven Zukunftsbild beiträgst - Challenge für Challenge!

NachhaltICH orientiert sich an der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG). Jede Challenge ist einzelnen SDG zugeordnet. Während du die Challenges absolviert, kannst du dich über die verschiedenen Ziele informieren. Die Challenges und Informationen machen Lust, weiterzumachen, weil positive Veränderungen sichtbar gemacht werden. Frust und Überforderung haben hier keinen Platz.

Du hast keine Lust alleine zu starten? Kein Problem! In NachhaltICH kannst du dich mit Freundinnen und Freunden vernetzen. Ihr könnt Fortschritte vergleichen und euch gegenseitig zu einem noch nachhaltigeren Leben ermutigen. Außerdem besteht die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden und eigene Challenges zu erstellen. Auf der TOUR DER NACHHALTIGKEIT kannst du dich außerdem mit Gleichgesinnten über ein nachhaltiges Leben austauschen. Erstelle nachhaltige Produkte, die du nach Hause mitnehmen kannst und lerne in spannenden Workshops mehr über das Thema Nachhaltigkeit.

Worauf wartest Du noch? Probiere es doch einfach selbst! Die App steht ab sofort als Download im App Store, Google Playstore oder unter www.nachhaltich-app.de zur Verfügung.

Teilen
von GiZ - Christoph Ziegler

Willkommen auf dem #17Ziele-Blog!

Die Tour der Nachhaltigkeit startet in Kürze und bringt die Themen der Agenda 2030 auf vielfältige Weise in die Städte und Regionen, die Teil der Tour sind.  Auf diesem Blog wird über die Tour der Nachhaltigkeit berichtet, genauso wie über aktuelle Entwicklungen, Veranstaltungen oder Neuigkeiten aus dem Bereich der nachhaltigen Entwicklungsziele.

Viel Spaß beim Lesen!

Teilen
von Engagement Global - Kristina Löhr