Was bedeutet Erinnerung, wenn sie zu spät kommt – oder lange ungehört bleibt? Und was passiert, wenn wichtige Stimmen über Jahrzehnte nicht gehört werden?
Erinnerung hörbar machen
In dieser Podcastfolge spricht die Regisseurin Martina Priessner mit Moderatorin Katie Gallus über ihren Dokumentarfilm Die Möllner Briefe. Vor allem aber über die dahinterliegenden Fragen von Erinnerungskultur, gesellschaftlicher Verantwortung und strukturellem Rassismus. Ausgangspunkt ist die späte Entdeckung von Solidaritätsbriefen, die Betroffene der Anschläge von Mölln erst viele Jahre später erreichten: ein Beispiel dafür, wie Anerkennung und Aufarbeitung ausbleiben können.
Struktureller Rassismus und gesellschaftliche Verantwortung
Im Gespräch mit Moderatorin Katie Gallus macht die Regisseurin Martina Priessner deutlich: Rassismus ist kein individuelles Problem, sondern tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert. Fehlende Anerkennung, mangelnde Aufarbeitung und institutionelles Versagen verstärken die Erfahrungen der Betroffenen bis heute. Die Folge zeigt, wie wichtig es ist, diese Strukturen sichtbar zu machen – und aktiv zu verändern. Wie wichtig es ist, diese Ebenen sichtbar zu machen und warum gesellschaftliche Aufarbeitung mehr bedeuten muss als nur symbolische Gesten sind dabei zwei der Kernaspekte, die die Gästin in die Folge mit einbringt und konkreter beleuchtet.
Ich bin als privilegierte Person aufgewachsen. Natürlich habe ich rassistische Anteile in mir, aber ich kann ja daran arbeiten, die zu verändern."
Martina Priessner
Perspektiven verschieben: Zuhören als politischer Akt
Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorn: Was können wir selbst tun, um zu einer gerechteren und offeneren Gesellschaft beizutragen? Die „Möllner Briefe“ sind Teil der Sonderreihe „17 Ziele für eine bessere Welt“ der SchulKinoWochen von VisionKino, die die Bildungskampagne #17Ziele finanziert.
Ein zentraler Punkt des Dokumentarfilms, der sich auch im Gespräch zeigt, ist dabei der Perspektivwechsel. Martina Priessner ermutigt dazu, weg von abstrakten Debatten und hin zu den Erfahrungen der Betroffenen zu kommen. Zuhören wird dabei als aktiver Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft verstanden. Die Podcastfolge zeigt, wie Räume für Austausch, Sichtbarkeit und Erinnerung geschaffen werden können und warum genau das eine Voraussetzung für nachhaltige Veränderung ist.
Hört rein in eine eindringliche und zugleich hoffnungsvolle Folge über Erinnerung, Verantwortung und die Kraft, Veränderung anzustoßen.
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Klimaschutz, fairer Handel, Flucht und Migration sind Themen, die uns alle angehen. Unser Lebensstil und unsere Art zu wirtschaften haben unmittelbare, globale Folgen. Daher haben sich die Vereinten Nationen (UN) 2015 zusammengetan und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ins Leben gerufen. Damit sollen Zivilbevölkerung, politische und wirtschaftliche Akteure zu nachhaltigem Handeln motiviert werden.
Die Bildungskampagne #17Ziele verknüpft die Kernbotschaften der Nachhaltigkeitsziele mit der Alltagswelt der Deutschen Zivilbevölkerung und inspiriert durch optimistische und positive Kommunikation zu sozialem, ökologischem und ökonomischen Engagement und Handeln.