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Wer entscheidet eigentlich darüber, wie unsere Zukunft aussieht und wer sitzt mit am Tisch, wenn es um globale Nachhaltigkeit geht?

Das sind aktuell Matilda Ramge und Florian Brod als deutsche Jugenddelegierte für nachhaltige Entwicklung. Im Auftrag des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) bringen sie die Perspektiven junger Menschen in politische Prozesse rund um die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ein – national wie international.

Matilda Ramge engagiert sich unter anderem in der BUNDjugend und setzt sich besonders dafür ein, Nachhaltigkeit sozial gerecht und inklusiv zu denken. Für sie ist klar: Eine erfolgreiche Umsetzung der SDGs gelingt nur, wenn junge Menschen aktiv beteiligt werden und ihre Perspektiven Gehör finden.

Jugenddeligierte Matilda Ramge gibt einen Input beim HLPF © GIZ Reinaldo Coddou H.

Florian Brod kommt aus der Jugendverbandsarbeit der Pfadfinder*innen und arbeitet intensiv im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung. Seine Schwerpunkte liegen auf Klimaschutz, Geschlechtergerechtigkeit, dem Abbau von Ungleichheiten und der Einhaltung planetarer Grenzen.

Jugenddeligierter Florian Brod diskutiert beim nationalen HLPF © GIZ Reinaldo Coddou H.

Beide eint das Ziel, Nachhaltigkeitspolitik stärker an den Lebensrealitäten junger Menschen auszurichten.

Als Teil der deutschen Delegation begleiten sie politische Prozesse wie das nationale und internationale High Level Political Forum on Sustainable Development (HLPF). Dort bringen sie die Stimmen junger Menschen direkt in den Dialog mit Politik, Zivilgesellschaft und internationalen Akteur*innen ein. Ihre Rolle geht dabei weit über reine Repräsentation hinaus: Sie sammeln aktiv Perspektiven aus ganz Deutschland, organisieren Austauschformate und tragen konkrete Forderungen in die internationalen Verhandlungen rund um die Agenda 2030.

Im Interview geben sie Einblicke in ihre Arbeit rund um das nationale HLPF, sprechen über zentrale Themen und Herausforderungen und darüber, warum es gerade jetzt entscheidend ist, junge Perspektiven konsequent in politische Entscheidungsprozesse einzubinden.

#17Ziele: Was ist das nationale HLPF in Deutschland und wozu gibt es das Event?

Das nationale High Level Political Forum on Sustainable Development (HLPF) ist eine Konferenz, die jedes Jahr in Vorbereitung auf das HLPF im Juli bei den Vereinten Nationen in New York stattfindet. Das HLPF ist die internationale Konferenz der Vereinten Nationen zur Überprüfung der Umsetzung der 2030-Agenda und der 17 Sustainable Development Goals (SDGs). Dort kommen Regierungen, Zivilgesellschaft und andere Akteure zusammen, um Fortschritte zu bewerten, Herausforderungen zu benennen und politische Empfehlungen, sowie Lösungen weiterzuentwickeln.

Die deutsche Vorbereitungskonferenz dient dazu, die deutsche Delegation, bestehend aus Vertreter*innen von Bundesministerien, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft, Kommunen und natürlich wir, der Jugend, inhaltlich auf das HLPF in New York vorzubereiten. Dieses Jahr im Fokus stehen SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen), SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energien), SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) sowie SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden). Gemeinsam werden zu diesen SDGs Impulse der Teilnehmenden eingeholt, Positionen abgestimmt, Schwerpunktthemen diskutiert und Möglichkeiten zur Vernetzung genutzt. So soll sichergestellt werden, dass Deutschland gemeinsam als starke Stimme für die Agenda 2030 und die 17 SDGs auftritt.

#17Ziele: Was ist euer Auftrag, als Jugenddelegierte von Deutschland, vor Ort?

Als Jugenddelegierte vertreten wir bestmöglich die Perspektiven und Anliegen junger Menschen in Deutschland im internationalen Nachhaltigkeitsdialog. Unser Auftrag ist es, Jugendstimmen sichtbar zu machen und dafür zu sorgen, dass die Interessen zukünftiger Generationen in den politischen Prozess einfließen – so auch beim nationalen HLPF. In verschiedenen Formaten der Veranstaltung - beispielsweise in Arbeitsgruppen zu den Fokus-SDGs - hatten wir die Möglichkeit unsere Standpunkte und Ideen einzubringen und dazu mit unterschiedlichsten Stakeholdern ins Gespräch zu kommen.

Außerdem übernehmen wir hin und wieder auch weitere konkrete Aufgaben in Veranstaltungen wie dem nationalem HLPF. So hatte Matilda dieses Jahr die Möglichkeit, als Rapporteurin die Ergebnisse, Botschaften und Forderungen aus der Arbeitsgruppe zu SDG 6 zurück in die große Runde an Teilnehmenden und an Vertreterinnen des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)s heranzutragen.

#17Ziele: Was hat euch dieses Jahr am meisten interessiert und vielleicht auch überrascht?

In einer Zeit, in der der Multilateralismus, also die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Staaten, immer mehr unter Druck gerät, bieten vor allem auch kommunale Partnerschaften immer wichtigere Möglichkeiten die Umsetzung der SDGs voranzutreiben. Da dieses Jahr auch das SDG 11 im Mittelpunkt steht, haben auch viele kommunale Vertreter*innen am nationalen HLPF teilgenommen, die spannende und wichtige Perspektiven geteilt und eingebracht haben.

Für uns hat das nochmal die Bedeutung des Mottos „Think globally, act locally“ unterstrichen und die wichtige Schlüsselrolle von Städten und Kommunen in der Umsetzung der SDGs hervorgehoben.

#17Ziele: Welche Tu Du’s habt ihr aus dem Forum mitnehmen können?

Mit viel neuem Input im Gepäck geht es für uns nun in den nächsten Wochen und Monaten in die konkretere Vorbereitungen für das HLPF im Juli in New York. Aus zahlreichen spannenden Gesprächen mit Delegationsmitgliedern und Stakeholdern haben sich viele Anknüpfpunkte für mögliche Zusammenarbeit ergeben, beispielsweise im Bezug auf Advocacy oder der Organisation von sogenannten Side-Events in New York selbst. Das sind Neben-Veranstaltungen, wie zum Beispiel Panels, die rundum die Konferenz stattfinden. Auch ein Rückbericht auf Social Media, Vernetzung und eine gemeinsame strategische Nachbesprechung gehört für uns zu der Nachbereitung von Veranstaltungen wie dem nationalen HLPF dazu.

Die nationale HLPF-Vorbereitungskonferenz hat eine wichtige Grundlage für unsere kommenden Wochen und Monate gelegt – jetzt geht es darum, die Impulse und Expertise mitzunehmen, Ideen weiterzuentwickeln und die Forderungen junger Menschen weiter nach New York zu tragen.

 

 

Hier findest du noch mehr

Inspiration & Anregungen für einen nachhaltigeren Alltag!


 

TU DU's zu Ziel 14 mit Fokus auf Korallenschutz © 17Ziele

Klimaschutz, fairer Handel, Flucht und Migration sind Themen, die uns alle angehen. Unser Lebensstil und unsere Art zu wirtschaften haben unmittelbare, globale Folgen. Daher haben sich die Vereinten Nationen (UN) 2015 zusammengetan und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ins Leben gerufen. Damit sollen Zivilbevölkerung, politische und wirtschaftliche Akteure zu nachhaltigem Handeln motiviert werden.

Die Bildungskampagne #17Ziele verknüpft die Kernbotschaften der Nachhaltigkeitsziele mit der Alltagswelt der Deutschen Zivilbevölkerung und inspiriert durch optimistische und positive Kommunikation zu sozialem, ökologischem und ökonomischen Engagement und Handeln.

Tu Du's

Setze dich für den barriere­freien Aus­bau von allen öffent­lichen Insti­tu­tionen ein.

Informiere dich über deine Rechte und die von anderen.

Nutze Splitt statt Streusalz, das ist gesünder für Pflanzen und Tiere.

Unterstütze Organi­sationen, deren Ziel sauberes Wasser für alle ist.

Spende alte Lehrbücher oder Bücher.

Biete deine Hilfe an, z.B. wenn du Ob­dach­lose bei Kälte siehst.

Beteilige dich an Crowd­sourcing-Aktionen.

Verzichte auf Plastik­tüten und nimm einen Stoff-Beutel mit zum Einkaufen.

Organisiere und engagiere dich z.B. in Gewerk­schaften.

Unterschreibe Petitionen, die nicht-nach­haltige Stadt­entwick­lungs­projekte stoppen.

Gehe wählen.

Nutze Einkaufs­rat­geber und verzichte auf Mikro­plastik.

Nimm die Treppe anstatt den Fahrstuhl oder die Rolltreppen

Kaufe regionale Produkte.

Wechsel noch heute zu einem Öko­strom­anbieter.

Spare Strom, indem du den Stecker bei Produkten ziehst, die du nicht benutzt.

Engagiere dich für die Rechte von Mädchen und Frauen.

Entscheide dich für Frei­willigen­arbeit, z.B. als Sprach­lehrerin oder Sprach­lehrer.

Hinter­frage deine Kon­sum­gewohn­heiten. Brauchst du dieses Produkt wirklich?

Pflanze Bäume und Pflanzen, die die Luft filtern.

Kaufe nur Fisch­arten, die nicht durch Über­fischung bedroht sind.

Unterstütze eine öko­logische Land­wirt­schaft, sie schont die Böden.

Werde Förder­mitglied bei Orga­nisa­tionen, die sich für die 17 Ziele einsetzen.

Tritt für bessere Bezahlung von Pflege­kräften ein.

Kaufe nur Lebens­mit­tel, die du auch auf­brau­chen kannst.

Gehe Blut spenden.

Achte beim Einkauf auf biolo­gisch und nach­haltig erzeugte Produkte.

Kaufe Lebens­mittel für Be­dürf­tige, viele Super­märkte machen regel­mässige Aktionen.

Fahre mehr Bahn, so verur­sachst du weniger Smog und weniger Lärm.

Fordere öffentliche Insti­tu­tionen wie Uni­ver­sitä­ten und Bi­blio­the­ken auf, jedem einen Internet­zugang zu ermöglichen.

Rette Lebens­mittel und beuge Lebens­mittel­ver­schwen­dung vor.

Mache Druck bei Politikern.

Trinke Leitungswasser.

Hinter­frage Rollen­bilder und rege Dis­kus­sionen dazu in deinem Um­feld an.

Erzähle jedem von den 17 Zielen.

Melde dich als freiwilliger Vorleser beim Netzwerk „Vorlesen".

Kaufe weniger Produkte, die lange Liefer­wege oder Kühl­ketten haben.

Unterstütze Unternehmen, die auf Inklusion setzen.

Überlege, welche Erfindung deine Stadt besser machen würde.

Spende alte Fahrräder.

Unterstütze Projekte, die sich gegen Genital­verstüm­melung einsetzen.

Nimm öfter das Fahrrad statt das Auto. Für deine Gesund­heit und das Klima.

Richte Nist­möglich­keiten für Vögel ein.

Iss öfter vegetarisch und redu­ziere deinen Fleisch­konsum.

Führe einen Stromspar-Tag ein.

Gib Sprach- und Integrations­kurse.

Informiere dich über Produk­tions­beding­ungen und ent­scheide dich für faire Unter­nehmen.

Organisiere Stadt­entwicklungs­wettbewerbe.

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